BTC hat in letzter Zeit ein ziemlich seltsames Phänomen.
Der US-amerikanische Spot-BTC-ETF ist in der vergangenen Woche erneut netto um etwa 987 Millionen US-Dollar zugeflossen und verzeichnet damit bereits die dritte Woche in Folge einen Nettozufluss.
In Summe über die letzten drei Wochen liegt der Nettozufluss der ETFs bei fast 3,8 Milliarden US-Dollar.
Eigentlich müsste BTC bei so starken Käufen weiter nach oben schießen.
Doch wie sieht die Realität aus?
Nachdem BTC in der Nähe von 82.000—83.000 US-Dollar gestiegen war, wurde es wieder auf etwa 79.000 US-Dollar zurückgedrückt.
Wohin ist das Geld wirklich gegangen?
Die Antwort könnte auf der anderen Seite liegen:
Der ETF kauft, aber alte Einsatzbestände werden auch verkauft.
Der neueste Accumulation Trend Score von Glassnode zeigt, dass sich Bitcoin über alle wichtigen Wallet-Cluster hinweg insgesamt erstmals seit Anfang Juni in einen „Distributions“-Zustand versetzt hat.
Der aktuelle Gesamtscore liegt bei etwa 0,37.
Je näher dieser Wert an 1 liegt, desto mehr deutet das auf Akkumulation hin;
Je näher der Wert an 0 liegt, desto mehr deutet das auf Distribution hin.
Und diesmal ist das Auffälligste genau:
Wale, die über 1000 BTC halten.
Was hat diese Geldmenge zuvor gemacht?
Als BTC in der Nähe von 60.000 US-Dollar seitwärts lief, akkumulierten die meisten Wallet-Gruppen fast drei Monate lang kontinuierlich.
Jetzt, wo BTC von rund 60.000 wieder auf etwa 80.000 US-Dollar gestiegen ist, realisiert ein Teil der frühen Low-Cost-Positionen Gewinne.
Dadurch entsteht ein sehr interessantes Muster:
Das Geld aus den ETFs fließt stetig herein.
Institutionen wie Strategy beginnen wieder, BTC zu kaufen.
Doch gleichzeitig geben frühe Wale und ein Teil der Low-Cost-Kapitalgeber gerade ihre Coins ab.
Daher passiert in der Nähe von 80.000 US-Dollar sehr wahrscheinlich nicht einfach ein „Kampf zwischen Long und Short“.
Sondern:
Ein massiver Turnover von Coins.
Alte Inhaber verkaufen,
neue Institutionen übernehmen.
Das erklärt auch, warum die ETF-Daten so gut aussehen, der BTC-Preis aber nicht sofort durchstartet.
Viele sehen „ETF-Zuflüsse von 1 Milliarde US-Dollar“ und verstehen es dann ganz einfach so:
1 Milliarde US-Dollar Kaufdruck = BTC steigt sofort.
In Wirklichkeit schaut der Preis letztlich auf die Angebots- und Nachfragedifferenz.
Wenn ETFs 1 Milliarde US-Dollar kaufen, aber auf der anderen Seite genau (oder sogar mehr) Coins für 1 Milliarde US-Dollar zum Verkauf bereitstehen, dann gilt:
Das Geld kommt herein, aber der Preis bewegt sich kaum.
Aber man kann das auch nicht einfach als klaren Negativfaktor (Bärensignal) interpretieren.
Denn das wirklich Wichtige ist:
Wie viele Coins sind die Wale überhaupt noch bereit, in der Nähe von 80.000 US-Dollar zu verkaufen?
Wenn ETFs weiter Zuflüsse erhalten, aber die Verkaufsorders der Wale nach und nach abnehmen, dann werden diese Coins früher oder später absorbiert.
Sobald die 83.000-US-Dollar-Verkaufswand aufgefressen ist, könnte der Widerstand oberhalb des Marktes deutlich nachlassen.
Umgekehrt: Wenn die Zuflüsse zu den BTC-ETFs nachlassen, die Wale aber weiter verteilen, dann könnte der Bereich um 80.000 US-Dollar von einer „Umtauschzone“ zu einer „Distributionszone“ werden.
Beurteile BTC also als Nächstes nicht nur anhand der ETFs und auch nicht nur anhand der Whale-Adressen.
Eigentlich solltest du zwei Dinge gleichzeitig im Blick behalten:
Ob ETF-Gelder weiter nachhaltig hereinkommen.
Wann Wale mit über 1000 BTC aufhören, zu verteilen.
Aktuell liegt BTC ungefähr bei 79,4 Tausend US-Dollar; 83.000 US-Dollar bleiben weiterhin die deutlichste Verkaufsdruck-Zone.
Daher lässt sich das Kernthema dieser Kursphase in einem Satz zusammenfassen:
Wall Street kauft BTC aus den Händen alter Wale.
Wer zuerst die Coins aufgebraucht hat, bestimmt die nächste Richtung.
Wenn den Walen zuerst die Verkaufsbereitschaft ausgeht, könnte die Marke von 83.000 US-Dollar durchbrochen werden.
Wenn den ETFs zuerst das Geld ausgeht, könnte diese Umtauschphase um 80.000 US-Dollar weiter nach unten gehen, um neue Käufer zu finden.
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