Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, hielt am 1. September auf dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20 eine wichtige Rede. Sie machte unmissverständlich darauf aufmerksam, dass zwar die Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei 3 % bleibt, die Wachstumsraten in den einzelnen Ländern jedoch stark auseinanderdriften und die wirtschaftlichen Aussichten mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet sind. Das globale Volumen der öffentlichen Schulden nähert sich bereits der Marke von 100 % des BIP; es stellt nicht nur einen neuen Höchststand seit dem Zweiten Weltkrieg dar, sondern zeigt auch weiterhin eine Tendenz zur Ausweitung. Noch gravierender ist, dass bei mehreren großen Volkswirtschaften der geldpolitische Entlastungsprozess zur Bekämpfung der Inflation ins Stocken geraten ist; das Zusammenspiel von Fiskal- und Geldpolitik verschärft zudem die Marktbesorgnis.

Aus makroökonomischer Perspektive sind die Referenzanleiherenditen der entwickelten Volkswirtschaften auf mehrjährige Hochs gestiegen und treiben damit die globalen gesamten Finanzierungskosten unmittelbar nach oben. Die zuvor vorherrschende optimistische Erwartung des Marktes, dass die großen Notenbanken den Zinssenkungszyklus reibungslos einleiten, ist offensichtlich auf reale Hürden gestoßen. Vor dem Hintergrund hoher Staatsdefizite bei gleichzeitig zäher Inflation wird der Druck auf die Emission von Staatsanleihen immer stärker; dies geht in einen Teufelskreis über, der die Straffung der Geldpolitik verschärft—und zeigt, dass die Zeitspanne eines Hochzinsumfelds möglicherweise deutlich länger als erwartet anhalten könnte.

Das stellt für traditionelle Finanzmärkte eine spürbare Liquiditätsverknappung dar. Die steigenden globalen Finanzierungskosten schwächen unmittelbar die Stabilität staatlicher Kreditwürdigkeit und die Bilanzen von Unternehmen. Der Sogwirkungseffekt von US-Dollar-Hochzinsanlagen auf globale Mittel nimmt weiter zu. Schwellenländer sind nicht nur durch den Verlust ihrer Zinsvorteile stärker unter Druck, sondern sehen sich zusätzlich einer doppelten Belastung durch Währungsabwertung und Kapitalabflüsse ausgesetzt; Abschläge bei der Bewertung risikoreicher Vermögenswerte lassen sich kurzfristig kaum umkehren.

Für den Kryptomarkt ist die anhaltende Verknappung der makroökonomischen Liquidität ein nicht zu ignorierendes Abwärtsrisiko. In einer Umgebung, in der risikofreie Renditen weiterhin auf einem hohen Niveau verharren, wird die Bereitschaft institutioneller Gelder, sich mit $BTC und anderen hochvolatilen risikoreichen Vermögenswerten zu positionieren, spürbar gebremst. Wenn der weltweite Prozess der Entinflation weiterhin ausgebremst wird und die Notenbanken gezwungen sind, hohe Zinsen beizubehalten oder sogar die Politik zu straffen, dürfte der Kryptomarkt vor einer besonders ernsten Bewährungsprobe stehen—nämlich bei weiter austrocknender Liquidität und zunehmendem Bewertungsdruck. #IMF #宏观经济 #Zinsen