【Gier-Alarm: Wenn alle gerade sagen „BTC hält durch“, obwohl …】

Heute hat mich ein alter Freund gefragt: „BTC ist jetzt in der Nähe von 75.000, der Ölpreis liegt bei 90, die Renditen von Staatsanleihen für 30 Jahre sind auf ein neues Hoch gestiegen, der US-Dollar ist stark – und es ist trotzdem bei 78.000 geblieben. Ist das wirklich stabil?"

Ich habe nicht direkt geantwortet.

Ich habe ihn zurückgefragt: „Du meinst, es ist stabil – worauf genau stützt sich das?“

Er sagte: „Die ETFs kaufen noch, MicroStrategy räumt noch auf, die Institutionen sind nicht raus.“

Hm, diese Logik kenne ich. Bei jedem Höhepunkt eines Bullenmarkts gibt es Leute, die sich mit denselben Gründen einreden, „diesmal ist es anders“.

Lass uns die Daten auseinandernehmen:

BTC liegt jetzt bei rund 78.500. Vom vorherigen Hoch aus betrachtet ist es um etwa 38,5 % zurückgegangen. Historisch gesehen ist dieser Bereich tatsächlich die Art von „Wertzone“, auf die langfristiges Kapital achtet – sowohl 2017 als auch 2021 gab es bei Bullenmarkt-Hochphasen Rückgänge von ungefähr 38 %, die dann zu starken Rebounds geführt haben.

Der FNG-Index liegt bei 63, im Wochenmittel bei 67 – weiterhin im Bereich „Gier“. Die Stimmung ist nicht komplett gekippt, sie bleibt hoch.

Aber das Problem ist:

**Was mich nicht beunruhigt, ist nicht ein einzelner Indikator – sondern das, was diese Signalkombination an Widerspruch erkennen lässt.**

Wenn das Makro sich verschärft (steigende Anleiherenditen bedeuten höhere Finanzierungskosten, riskante Assets sollten normalerweise fallen), BTC aber trotzdem „stabil bleibt“ …

… dann heißt das entweder, dass BTC wirklich stark ist und eine unabhängige Entwicklung hat;
oder, dass das „Stabil“ im Moment nur daher kommt, dass noch niemand bereit ist, einzuknallen – nicht weil jemand aktiv kauft.

Welche dieser beiden Szenarien ist häufiger?

Aus meiner praktischen Erfahrung: Das zweite ist wahrscheinlicher.

In jeder Bärenmarkt-Phase ganz am Anfang taucht diese Art von „scheinbarer Stabilität“ auf. In dem System wird unter der Oberfläche mit dem vorhandenen Kapital herumgedreht. Es steigt kein echter Käufer ein, niemand greift zu, niemand nimmt Verluste in Kauf – es sieht aus wie Seitwärtsbewegung. In Wahrheit nutzt der Marktführer die Gelegenheit, um heimlich Ware auszuladen.