Der Öltisch sah es schon, bevor die Schlagzeilen fertig geladen waren.

WTI stieg bis auf 89 $, dann innerhalb einer Stunde auf 90 $. Brent berührte 94 $. Beide notierten am Tag um mehr als 4 % im Plus – das erste Mal, dass US-Öl seit Ende Juli die 90 $-Marke gesehen hat.

Dann holte die Nachricht die Börse ein. Iran startet Raketen und Drohnen. Washington sagt, man ergreife Maßnahmen, und warnt vor einer überwältigenden Vergeltung, falls Iran reagiert. Teheran verspricht genau diese Antwort – gerichtet gegen US-Kräfte und Stützpunkte.

So sieht das Szenario aus, in das diese Meldung fällt – und es ist wichtig. Die Aktienmärkte reduzierten bereits das Risiko vor der Job-Zahl für Freitag. Die Fed war ohnehin ein Münzwurf für den September. Und nun hat jedes Inflationsmodell auf jedem Schreibtisch eine neue Eingabe bekommen: Rohöl +4 % in einer Sitzung mit einem Konflikt ohne absehbares Ende im Hintergrund.

Zwei Dinge gilt es von hier an zu beobachten – und keines ist eine Aktie. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, denn dort wird aus einem Preissprung eine Versorgungskrise. Und der vordere Bereich der Öl-Futures-Kurve, denn dort zeigt der Markt, ob er glaubt, dass das anhält.

Kein cleveres Ende bei dieser Geschichte. Es ist eine Kriegs-Schlagzeile. Der Markt wird tun, was er eben tut. #catalyst