$ETH bricht sein vorheriges lokales Hoch, während $BTC (noch) nichts Vergleichbares zeigt, wirkt auf einem Chart zwar wichtig – aber ich bin mir nicht sicher, ob es so aussagekräftig ist, wie es zunächst scheint.

Das Problem beim direkten Vergleich ist, dass man gerade Assets mit sehr unterschiedlicher Volatilität vergleicht.

Schau dir einfach die 1‑Woche‑Werte an:

BTC
Realisierte Volatilität: ~37%
Implizite Volatilität: ~32,5%

ETH
Realisierte Volatilität: ~45,5%
Implizite Volatilität: ~45,5%

Mit anderen Worten: ETH bewegt sich tatsächlich etwa 1,23× so stark wie BTC:

45,5 / 37 ≈ 1,23

Und Händler am Optionsmarkt preisen sogar eine noch größere Lücke ein:

45,5 / 32,5 ≈ 1,40

Optionen sagen also im Grunde: Erwarte deutlich mehr Bewegung von ETH.

Deshalb wäre ich vorsichtig, ihre jüngsten Rallys nur anhand des Charts miteinander zu vergleichen.

BTC ist ungefähr 23–25% aus dem $63–64K‑Bereich heraus gelaufen. ETH hat etwa 29–32% gemacht.

Auf den ersten Blick wirkt ETH also viel stärker.

Aber wenn du dir vor Augen führst, dass ETH derzeit etwa ~23% mehr realisierte Volatilität aufweist und rund ~40% mehr implizite Volatilität einpreist, ist ein Teil dieser Outperformance einfach das, was man vom Asset erwarten würde.

Eine andere Art, wie ich das denke:

Wenn BTC eine Bewegung von 10% macht, würde eine ETH‑Bewegung irgendwo um 12–14% für mich nicht sofort bedeuten, dass in ETH etwas dramatisch anderes passiert. Das ist ungefähr die Art von Unterschied, die ihre Volatilität ohnehin schon nahelegt.

Also ja, dass ETH sein lokales Hoch einnimmt, ist relevant.

Ich würde jedoch nicht allein „ETH hat das Hoch gebrochen und BTC nicht“ als Beleg dafür verwenden, dass sich ihre Strukturen merklich auseinanderentwickelt haben.

Zuerst die Bewegungen auf die Volatilität normieren.

Dann prüfen, ob ETH tatsächlich besser abschneidet, als man von einem höher‑volatilen Asset erwarten würde.

Das ist für mich eine deutlich nützlichere Vergleichsgrundlage.