Die jüngste Marktentwicklung ist so heftig verlaufen: Viele Konten erleben endlich wieder lang ersehnte Erholungsgewinne. Doch gerade wenn es besonders lebhaft wird, muss man einen kühlen Kopf bewahren. Alte Weisen sagten: Unheil hat seine Stütze dort, wo Glück liegt; Glück birgt dort, wo Unheil lauert. Hinter einem starken Anstieg stecken nicht nur die Vorteile der Liquidität, die Gewinne möglich macht, sondern auch unsichtbare Untiefen. Genau in diesem Moment wird ein „mentales“ bzw. kognitives Ringen innerhalb der eigenen Erkenntnis besonders wichtig.
Der Onkel aus dem vorigen Abschnitt sagte: Die Quelle dieses Kurssprungs liegt schon weit zurück in den US-Staatsanleihen-Märkten jenseits des Ozeans. Ein einziger Politikbeschluss des US-Finanzministeriums und das laute Mundwerk von Trump haben direkt die Geldströme in den Risiko- bzw. Marktsegmenten angestoßen. In der Folge ist das inländische Handelsvolumen deutlich gestiegen. Aber vergesst nicht: In Bärenmarkt-Phasen ist Liquidität zwar eine Sache – ob die Liquidität jedoch dauerhaft anhält, ist eine andere. Seit gestern sind kurzfristige Gewinnmitnehmer aus dem Markt geflohen, was dem aktuellen Kursbild spürbaren Gegenwind und zusätzlichen Rebound-Druck verleiht.
Ganz am Anfang dieser Marktbewegung kippte die Stimmung einseitig stark in Richtung „short/leer verkaufen“. Viele Trader hatten im Voraus Leerverkaufspositionen aufgebaut, und das Leerverkaufs-Kapital in einer Größenordnung von „Top-Volumen“ lieferte einen nahezu perfekten Anschub für die Erholungsbewegung dieser rund 18.000 Punkte. Und als in den letzten beiden Tagen der US-Aktienmarkt geschlossen war und die Liquidität besonders fragil war, flammten die Leervertrags-Positionen wie aus dem Aschestaub wieder auf – und förderten erneut ein neues Tageshoch beim Großbrot.
Am Wochenende ist die Liquidität im Krypto-Markt ohnehin dünn. Nachdem der Markt mit Gewalt nach oben gezogen wurde, gingen die ersten Überlebenden mit Hebel direkt hinein – und die Kursseite spielte dann sofort das brutale Double-Kill von Long und Short ab: Das gesamte Kontrakt-/Futures-Abbuchungsvolumen im gesamten Netzwerk lag bei über 1,2 Milliarden US-Dollar; einige Altcoins stachen sogar mit bis zu über 30% nach oben durch. Unzählige Anleger-Tokens, die sie sich mühsam über Zeit angesammelt hatten, waren über Nacht zu Asche geworden. Das Abschöpfen von Hebelpositionen mittels geringer Wochenendlquidität ist in der Szene inzwischen ein fester Standard-Trick von „Dog-Zhuang“/Händlern mit Marktmanipulationsmentalität.
Das Großbrot ist nur noch einen Schritt vom 80.000er-Bereich entfernt. Onkel San glaubt, dass das Besteigen dieses Levels inzwischen keine große Frage mehr ist. Aber selbst dann trägt Onkel San die Verantwortung und sagt sehr klar: Es gibt aktuell noch keine Signale dafür, dass der Bärenmarkt vorbei ist und der Bullenmarkt neu startet.
Diese heftige Gegenoffensive hat die Short-Seller, die die Hochphase der 4. Welle ausgehalten hatten, in eine ausweglose Lage gedrängt. Viele Shorts, die zuvor die Abwärtsphase überstanden und nicht in der Bodenbildung des Bärenmarkts untergegangen sind, sind stattdessen in dieser rabiaten, retaliatorischen Erholungsbewegung gestürzt. Aus Sicht auf den Vierjahreszyklus sind wir weiterhin am Ende der Bärenmarktphase. Die Stimmung der Bären wurde bereits kontinuierlich unterdrückt. Doch auf der Spot-Ebene sind echte große Zusatzströme institutionellen Kapitals noch nicht vollständig in den Markt gekommen. Die „Treibstoff“-Quelle für den Kursanstieg wird bereits schnell verbraucht. Sobald der Aufwärtsimpuls erschöpft ist, und Gewinnmitnahmen die Positionen konzentriert verlassen, wartet unterhalb noch ein Berg an offenen Long-Orders mit einem Volumen von nahezu 30 Milliarden US-Dollar auf Abbau. Dieser potenzielle Verkaufsdruck ist ein Risiko, das niemand ignorieren darf.
Auf der institutionellen Seite ist die Lage von MicroStrategy sinnbildlich für den Marktverlauf. Zuvor lagen seine durchschnittlichen Einstiegskosten bei rund 75.000 US-Dollar; über lange Zeit befand es sich im schwebenden Verlust. In der Szene wurde viel darüber gespottet: Ein an der Börse gelistetes Unternehmen – am Ende endet es doch als „Börsenfutter“ für das Hinterherkaufen in hohen Kursregionen. Der größte Unterschied zwischen Institutionen und Privatanlegern liegt jedoch darin, dass bei Institutionen die Handelshandlungen ein vollständiges Vorabkonzept und Disziplin haben – nicht bloß emotionales Hinterherjagen und beim kleinsten Verlust hektisch abschneiden. Mit dieser starken, impulsiven Erholung drehte sich die Situation: Die Positionen waren auf einmal wieder im Gewinn, der buchhalterische Druck verschwand vollständig. In der Folge kam auch der Kurs von STRC zur Reparatur, sodass es nicht mehr nötig ist, Bitcoins abzuwerfen, um die Zinsen im Umlaufgeschäft zu decken. Links in der Hand die Bitcoin-Titel, rechts die Möglichkeit, die eigenen Aktien zu veräußern – dadurch ist der Spielraum für Entscheidungen schlagartig größer geworden. Bei der Bewertung von Institutionen sollte man nicht einfach eine einzelne Gewinn-/Verlustabrechnung heranziehen. Man muss die Logik dahinter verstehen, wie das gesamte Asset-Setup funktioniert. Genau das ist der Teil, den normale Privatanleger am ehesten lernen sollten.
Auch die Daten auf der Liquiditäts-/Kapital-Ebene lohnen sich genau zu betrachten: Am 21. August verzeichneten Bitcoin-ETFs einen Nettozufluss von 308 Millionen US-Dollar; zeitgleich verzeichneten Ethereum-ETFs einen synchronen Nettozufluss von 184 Millionen US-Dollar. Insgesamt summierte sich der Nettozufluss über die gesamte Woche auf einen neuen Höchststand seit nahezu zehn Monaten – das heißt: institutionelles Geld fließt tatsächlich wieder zurück. Auf der anderen Seite liegt der Crypto Fear & Greed Index inzwischen bei 78, also voll im Gier-Bereich. Wenn der Markt für die meisten Menschen anfängt heiß zu laufen und alle denken, man könne blind kaufen und Geld verdienen, lauert das Risiko oft nur einen Schritt entfernt.
Als Nächstes hängt noch eine makroökonomische Variable über allen Märkten: US-Finanzminister Bessent wird bald die Details der Sanktionen gegen Iran bekanntgeben – entsprechend in der Nacht um zwei Uhr Pekinger Zeit. Wenn die endgültige Sanktionsstärke über die Markterwartungen hinausgeht, würde das direkt Ölpreise, die globale Risikobereitschaft sowie sehr wahrscheinlich sowohl die Aktienmärkte als auch die Krypto-Seite aus dem Takt bringen und zu heftigen Ausschlägen führen. Das ist in den nächsten Stunden bzw. sehr kurzfristig das Risikoereignis, auf das wir unbedingt achten müssen.
Lass uns auch die weitere Kursentwicklung ableiten: Bei einem so steilen Anstieg mit hoher Steigung ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt direkt die ganze Strecke einseitig nach oben läuft und nicht einmal zurücksetzt, sehr gering. Nach den Regeln vergangener Marktbewegungen liegt in der ersten starken Abwärtsbewegung während des Aufwärtsverlaufs eine Chance für das Abstauben/Setzen auf den Tiefpunkt (Bottom-Fishing). Das heißt aber nicht, dass man bedenkenlos mit voller Positionsgröße (All-in) alles setzen sollte. Die gleitenden Durchschnittslinien bzw. Indikatoren sind dem aktuellen Preis noch nicht gefolgt; man muss abwarten, bis sich die Indikatoren wieder reparieren und dann die Struktur bestätigen. Unter dem mittel- bis längerfristig optimistischen Szenario gilt: Eine Tageschart-Rücksetzbestaätigung, bei der die Trend-Splitting-Linie nicht gebrochen wird – also nicht unter 69.000 Punkte fällt – erst dann kann man das Ende des Bärenmarktzyklus definieren.
(Tao Te Ching / Wurzel der Weisheit – „菜根谭“) Dort steht: „Wenn man in Sicherheit ist, denkt an Gefahr; wenn man im Chaos ist, denkt an Ruhe.“ Ein starker Anstieg verstärkt am leichtesten die Gier der Menschen. Viele verwechseln Glück mit eigener Stärke. Diese Erholung ist ein Bonus durch Liquiditätsgeschenke – sie bedeutet nicht, dass der Bärenmarkt bereits endgültig abgeschlossen ist. Lass dich nicht von den kurzfristigen K-Linien benebeln; respektiere die Logik des Marktes und fürchte das unbekannte Risiko – genau das ist die Grundlage, um in diesem Markt langfristig zu überleben. Alles in allem: Noch ein wenig warten, noch ein wenig beobachten.
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Großes Brot: Nach einer kurzfristigen Hebung der Großbrot-Konten setzt sich die Phase fort, in der es von einer Bären-/Leerverdrängungsdynamik bedrängt wird. Doch das dürfte sich noch verstärken: Die am Wochenende frisch auf den Tisch gekommenen Leerverkaufspositionen im Umfang von knapp über siebenhundert Millionen US-Dollar dürften den Aufwärtsdruck auf das Großbrot weiter erhöhen. Insgesamt betrachtet ist die derzeitige Erholungsbewegung im Markt jedoch sehr wahrscheinlich spätestens in dieser Woche zu Ende; wer sich unten bei günstigen Einsatzmöglichkeiten günstig einkaufen kann, sollte die Positionen angemessen umschichten (Rollover/Handwechsel). Ob diese technische Wende tatsächlich greift, zeigt sich daran, ob in der Rücksetzapase der Bereich 68.000 bis 69.000 Punkte als Unterstützung hält. Geht es nicht darunter, endet der große Abwärtsimpuls nicht. Interpretiert man das mit der Wellenlehre, passt auch das extrem gegenläufige Hochziehen nahe 80.000 (bei der 0,382er-Marke etwa 83.888 Punkte) zur Argumentation vom Startpunkt der letzten Welle. Nach dem Auftreten eines Ereignisses mit geringer Wahrscheinlichkeit neigt Onkel San derzeit weiterhin dazu, dass es in dieser Runde nur beim Rahmen einer Erholungsbewegung bleibt und nicht mehr als das. Ein Hochlaufen über das Ziel hinaus.
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