Ich habe nebenbei die Hintergründe des Dusk-Core-Teams nachgeschaut und dabei einen recht unintuitiven Punkt gefunden: Der Gründer Emanuele Francioni hat als Fachgebiet Robotik- und Automatisierungsingenieurwesen und ist nicht aus einem klassischen Kryptografie-Studiengang hervorgegangen. In den vorherigen zwanzig Jahren hat er sich vor allem mit verteilten Systemen und byzantinischer Fehlertoleranz beschäftigt, Kryptografie war später ein nachträglich erlerntes Skills-Upgrade im „Skill-Tree“.

Aber wirklich die Kryptografie „in der Hand“ hat der Chief Cryptographer Dmitry Khovratovich. Er ist in der Branche kein unbekannter Name: Sowohl die Hash-Algorithmen Equihash als auch Argon2 gehen auf ihn zurück. Ersteres wird von vielen PoW-Ketten genutzt, um ASIC-Mining einzudämmen; Letzteres gilt in der Kryptografie-Community als anerkannter Standard für kryptografisches Hashing. Gleichzeitig arbeitet er als Research Fellow bei der Ethereum Foundation. Eine wissenschaftlich fundierte Kryptograf:in, die sich voll auf das Design der zugrunde liegenden Kryptografie spezialisiert, während der Gründer für Systemarchitektur und die Umsetzung im Engineering zuständig ist – dieses Rollenmodell wirkt auf mich überzeugender als das Narrativ „Der Gründer kann sowohl Kryptografie als auch Engineering“. Die Korrektheit der zugrunde liegenden Mathematik sollte von Fachleuten geprüft werden; das entspricht eher der Logik einer sinnvollen Aufgabenteilung in großen Systemen, statt dass eine Person alles alleine stemmen muss.

Doch ich will das auch nicht als Freifahrtschein verstehen – selbst ein sehr guter Kryptograf kann Fehler machen. Das bereits erwähnte Beispiel mit der Verifikationslücke in dusk-plonk zeigt: Eine starke Team-Biografie bedeutet nicht automatisch Null-Risiko im Code. Audits und praktische Validierung sind immer notwendige Ergänzungen – man sollte nie nur die Lebensläufe betrachten.

Diese Team-Lebensläufe sind letztlich nur ein Referenzpunkt und kein entscheidender Beweis. Was ich wirklich sehen will, sind die Dinge hinter diesen Namen: die Qualität des Codes, den sie im vergangenen Jahr eingereicht haben, und wie schnell sie auf Sicherheitslücken reagieren. Das ist ehrlicher als jedes Resume.

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