Der Handelskrieg zwischen den USA und Kanada nahm eine unerwartete Pause. Donald Trump setzte die Inkraftsetzung der neuen Zölle von 50% auf bestimmte kanadische Produkte für drei Tage aus, die für Mitternacht dieser Mittwoch, 19. August, vorgesehen waren.

Trump sagte, Washington und Ottawa hätten eine vorläufige Einigung erzielt, und die Verschiebung ermögliche es, die Unterlagen fertigzustellen. Der kanadische Premierminister Mark Carney räumte wichtige Fortschritte ein, machte jedoch deutlich, dass noch offene Fragen bestehen. Daher handelt es sich noch nicht um eine endgültige Vereinbarung.

Der im Juli angekündigte Zoll, der auf der Section 338 des Tariff Act von 1930 beruht, könnte sich auf rund 20 Milliarden US-Dollar an kanadischen Importen belaufen. Zu den betroffenen Produkten zählen alkoholische Getränke, Milchprodukte, Fahrzeuge, Zement und weitere Güter.

Der wichtigste Spannungsfaktor liegt beim Marktzugang. Washington wirft dem Kanada vor, Hürden aufrechtzuerhalten, die als diskriminierend gegenüber US-Produkten gelten – insbesondere in den Bereichen Milchprodukte, Getränke und Automobil. Ottawa wiederum will seine Exporteure schützen und die Auswirkungen der bereits bestehenden Zölle reduzieren.

Die Unterbrechung hat außerdem eine energiewirtschaftliche Dimension bekommen. Trump signalisierte die Möglichkeit, das Keystone-XL-Pipeline-Projekt wiederzubeleben, obwohl es bisher noch keine konkreten Details darüber gibt, wie das Teil einer möglichen Einigung sein könnte.

Für die Märkte senkt das Aufschieben das Risiko einer neuen Eskalation im Handelsstreit in Nordamerika vorübergehend. Geringere Spannungen zwischen zwei Volkswirtschaften, die eng miteinander verflochten sind, können risikoreiche Assets begünstigen, während ein Scheitern der Verhandlungen in den kommenden Tagen die Sorgen über Inflation, Wachstum und Lieferketten wieder in den Fokus rücken könnte.

Der Kernpunkt ist jetzt ganz einfach: Die drei Tage beenden den Streit nicht – sie schaffen lediglich Zeit. Wenn Washington und Ottawa die vorläufige Einigung in eine formelle Verpflichtung verwandeln, könnte die Maßnahme als diplomatischer Erfolg gesehen werden. Andernfalls rückt die 50%-Drohung erneut in den Mittelpunkt.

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