Ziel der Stunde
Am Ende dieser Stunde werden Sie verstehen, was Anleihen sind, wie sie funktionieren, was ihre wichtigsten Risiken sind und wann sie innerhalb eines Anlageportfolios sinnvoll sein können.
Was sind Anleihen?
Anleihen (Debêntures) sind von Unternehmen ausgegebene Schuldtitel.
Wenn Sie eine Anleihe kaufen, leihen Sie einer Firma Geld im Austausch gegen eine Vergütung.
Ähnlich wie beim CDB, aber mit einem wichtigen Unterschied:
CDB: Sie leihen einem Bankinstitut Geld.
Staatsanleihen (Tesouro Direto): Sie leihen dem Staat Geld.
Anleihe: Sie leihen einem Unternehmen Geld.
Warum geben Unternehmen Anleihen aus?
Die Unternehmen verwenden dieses Geld für verschiedene Zwecke, zum Beispiel:
Erweitern Sie Ihre Geschäftstätigkeit.
Bau von Fabriken.
Finanzierung neuer Projekte.
Kauf von Ausrüstung.
Umschuldung von Schulden.
Anstatt einen Bankkredit aufzunehmen, können sie Mittel direkt bei Investoren aufnehmen.
Wie verdienen Sie Geld?
Das Unternehmen verspricht, den investierten Betrag zuzüglich Zinsen zurückzuzahlen.
Die Verzinsung kann sein:
Zinsfest (prefixada)
Beispiel:
13% pro Jahr.
Variabel verzinst (post-fixada)
Beispiel:
110% des CDI.
Hybrid (híbrida)
Beispiel:
Inflationsindexiert (IPCA) + 7% pro Jahr.
Das Hauptrisiko
Das größte Risiko einer Anleihe besteht im Kreditrisiko.
Das heißt:
Das Unternehmen könnte in finanzielle Schwierigkeiten geraten und seine Schuld nicht bezahlen.
Deshalb ist es wichtig, vor einer Investition die Qualität des emittierenden Unternehmens zu beurteilen.
Haben Anleihen FGC-Schutz?
Nein.
Im Unterschied zu vielen CDBs, LCIs und LCAs haben Anleihen keinen Schutz durch den Fundo Garantidor de Créditos (FGC).
Das macht es noch wichtiger, die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu prüfen.
Steuerbegünstigte Anleihen
Es gibt eine spezielle Art namens „Debênture incentivada“ (steuerbegünstigte Anleihe).
Diese Wertpapiere werden ausgegeben, um Infrastrukturprojekte zu finanzieren, zum Beispiel:
Autobahnen.
Eisenbahnen.
Energie.
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (Sanierung).
Ein wichtiger Punkt ist, dass für Privatpersonen die Erträge gemäß der geltenden Gesetzgebung von der Einkommensteuer (Imposto de Renda) befreit sein können.
Wie bewertet man eine Anleihe?
Bevor Sie investieren, analysieren Sie:
Wer ist das emittierende Unternehmen?
Wie lautet die Laufzeit?
Wie hoch ist die Rendite?
Hat das Unternehmen eine gute Zahlungsfähigkeit?
Passt das Risiko zur angebotenen Rendite?
Eine höhere Rendite deutet meist auf ein höheres Risiko hin.
Wann lohnt es sich zu investieren?
Anleihen können für Anleger interessant sein, die:
Sie möchten ihr Portfolio diversifizieren.
Sie verstehen das Kreditrisiko.
Sie verfolgen Ziele mit mittlerem und langem Zeithorizont.
Sie sind bereit, das emittierende Unternehmen zu studieren.
Sie sind normalerweise nicht für den Notgroschen geeignet, da sie möglicherweise eine geringere Liquidität und ein höheres Risiko haben.
Praktische Übung
Recherchieren Sie eine in einem Broker verfügbare Anleihe.
Notieren Sie:
Emittierendes Unternehmen.
Rendite.
Laufzeit.
An der Vergütung (Art der Verzinsung).
Ist sie steuerbegünstigt?
Warum glauben Sie, dass das Unternehmen diesen Satz anbietet?
Zusammenfassung der Stunde
Anleihen (Debêntures) sind von Unternehmen ausgegebene Wertpapiere.
Sie leihen dem Unternehmen Geld und erhalten im Gegenzug Zinsen.
Sie haben keinen Schutz durch den FGC.
Das Risiko hängt vor allem von der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens ab.
Steuerbegünstigte Anleihen können für Privatpersonen eine Befreiung von der Einkommensteuer (Imposto de Renda) bieten.
Satz der Stunde
„Je höher die versprochene Rendite, desto mehr Aufmerksamkeit sollten Sie den damit verbundenen Risiken schenken.“
Aufgabe von heute
Wählen Sie ein bekanntes Unternehmen, das Anleihen ausgegeben hat, und recherchieren Sie:
In welcher Branche ist sie tätig?
Warum könnte sie Mittel aufnehmen müssen?
Würden Sie sich wohlfühlen, diesem Unternehmen Geld zu leihen? Begründen Sie Ihre Antwort.
Vorschau auf Stunde 17
In der nächsten Stunde lernen wir Mark-to-Market (Bewertung zum Marktpreis) kennen – ein grundlegendes Konzept, um zu verstehen, warum manche Festzinsanlagen vor Fälligkeit im Wert schwanken können und warum dies nicht immer einen endgültigen Verlust bedeutet.

