Der Krypto-Gipfel im Weißen Haus von morgen bietet zwei mögliche Wege für die Regulierung von US-Kryptowährungen. Präsident Donald Trump könnte das Treffen nutzen, um das CLARITY-Gesetz voranzubringen, oder die SEC und die CFTC bitten, mit ihren eigenen Regeln voranzugehen. 

Wenn beide Regierungschefs anwesend sind, könnte der Gipfel von morgen über das Schicksal des CLARITY-Gesetzes entscheiden.

Trump will sich mit Krypto- und Wall-Street-Führungskräften treffen

Am 19. August wird Präsident Donald Trump im Weißen Haus Krypto- und Wall-Street-Führungskräfte treffen, während das CLARITY-Gesetz weiterhin im Senat festhängt. Das wichtigste Ziel des Treffens ist es, einen Weg nach vorn zu finden, falls es den Gesetzgebern nicht gelingt, zu einer Einigung zu gelangen. 

Es wird außerdem erwartet, dass SEC-Vorsitzender Paul Atkins und der CFTC-Vorsitzende Michael Selig teilnehmen, zusammen mit Führungskräften von Coinbase, Polymarket, Ripple und Gemini. Auch große Finanzunternehmen und Marktverbände, darunter Nasdaq, NYSE, CME und DTCC, sollen an dem Treffen teilnehmen.

Trump kann den Gipfel nutzen, um Führungskräfte aus der Branche und Gesetzgeber zu einem Deal zu drängen. Aber der Zeitpunkt ist wichtig, weil der Kongress bereits in die August-Pause gegangen ist.

Hauptthema: Bringt CLARITY irgendeine Bewegung?

Das CLARITY-Gesetz wird eines der Hauptthemen beim Gipfel sein. Der Gesetzentwurf würde klarere Regeln für digitale Vermögenswerte schaffen und festlegen, ob die SEC oder die CFTC die unterschiedlichen Bereiche des Kryptomarkts beaufsichtigen soll.

Der Senatsausschuss für Bankenangelegenheiten hat den Gesetzentwurf im Mai mit einer Abstimmung von 15 zu 9 vorangebracht, aber der gesamte Senat hat noch nicht darüber abgestimmt. Doch die Meinungsverschiedenheiten bestehen weiterhin bei Belohnungen für Stablecoins, beim Verbraucherschutz und bei ethischen Bedenken, die ihn nach wie vor ausbremsen.

Auch Trumps Krypto-Einnahmen sind inzwischen Teil der Debatte geworden. Seine finanzielle Offenlegung zeigte mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar an Einnahmen aus dem WLFI-Projekt.

Der Kongress kommt nun am 14. September zurück, sodass den Gesetzgebern nur ein kurzes Zeitfenster bleibt, bevor sich ihr Fokus auf die Zwischenwahlen verlagert.

Plan B: SEC und CFTC könnten sich auch ohne CLARITY bewegen

Wenn der Kongress feststeckt, könnten die SEC und die CFTC ihre eigene Arbeit fortsetzen.

Der SEC-Vorsitzende Paul Atkins hat bereits erklärt, dass die SEC bei anhaltender Pattsituation im Kongress mit der Regelsetzung auf Grundlage ihrer bestehenden Befugnisse weitermachen kann.

„Wir brauchen die Gewissheit eines Gesetzes, das hilft, die Zukunft abzusichern, damit wir eine klare Richtung haben, um voranzukommen.“

Der Plan umfasst einen einfacheren Weg für einige Krypto-Angebote sowie eine Safe-Harbor-Option, die Start-ups mehr Spielraum zum Wachsen geben könnte, ohne mit der vollständigen Palette traditioneller Wertpapierregeln konfrontiert zu werden.

Die CFTC hat am 20. August noch einen weiteren wichtigen Termin. Ihr Innovation Advisory Committee soll einen Tag nach dem Gipfel im Weißen Haus tagen. Das Komitee umfasst Führungskräfte von Coinbase, Polymarket, Ripple, Nasdaq, CME Group und DTCC. 

Der Gipfel am 19. August und das 20. CFTC-Treffen am 29. August könnten die ersten klaren Hinweise darauf liefern, welchen Kurs die Administration einschlagen wird.