Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat am 16. August Bitcoin-Entwicklern für ihre Arbeit an Utreexo einen Dank ausgesprochen und dabei einen forschungsbasierten Weg zur Skalierung von Ethereum skizziert, der einen UTXO-ähnlichen Zustandsansatz mit dem heutigen Kontomodell und hybriden Verfahren verbindet. Buterin stellte die Ideen als „die derzeit vorgeschlagene Ethereum-Skalierungsstrategie“ dar und betonte, dass sie sich weiterhin in aktiver Entwicklung befinden und keine Protokollentscheidungen sind. Ziel: Damit soll die meisten Ethereum-Aktivität weit über die heutigen Grenzen hinaus skalieren können, ohne die Dezentralisierung, Zensurresistenz oder die Fähigkeit gewöhnlicher Nutzer zu untergraben, Nodes zu betreiben. Was ist Utreexo — und warum ist das hier wichtig? Utreexo wurde 2019 von dem MIT-DCI-Forscher Thaddeus Dryja eingeführt. Es ersetzt die Notwendigkeit, dass ein Node den gesamten UTXO-Stand halten muss, durch einen kompakten Hash-basierten Akkumulator. Transaktionsein- und -ausgänge tragen Inklusionsnachweise, mit denen Nodes Ausgänge anhand des Akkumulators verifizieren können; dieser wächst nur logarithmisch mit der Anzahl der Einträge. - Dasselbe Prinzip — die massiv reduzierte Speichermenge pro Node, während die Aktivität wächst — versuchen Ethereum-Forscher genau einzufangen, auch wenn Utreexo selbst ein Bitcoin-zentriertes Projekt bleibt und nicht wörtlich eine Blaupause für Ethereum. Ein nativer UTXO-Vorschlag für Ethereum - Am 6. Juli schlug Ethereum-Forscher Toni Wahrstätter (Nero_eth) vor, Ethereum um native UTXO-ähnliche Zahlungen zu erweitern, ohne Konten zu entfernen. Der Fokus liegt auf „One-shot“-Zahlungen, die keinen persistierenden Smart-Contract-Zustand benötigen. - Geschätzte Auswirkungen: Diese Zahlungs-Workloads könnten die dauerhafte Zustandsnutzung im Modell um etwa 99,8% senken — vor allem durch ein kompaktes „spent-status“-Bit und den Nachweis der Zahlungsexistenz aus dem Verlauf, statt vollständige Objekte im aktiven Zustand zu speichern. - Design-Schätzbeispiel: Bei einer Milliarde Einträge könnte der dauerhafte Zustand etwa 300 MB betragen, gegenüber 100–150 GB für äquivalente Konto-/Speichereinträge. Das sind theoretische Schätzungen, keine Messungen auf dem Mainnet. Wie rekursive Beweise und Mempool-Aggregation zusammenspielen - In der breiteren Lean-/Verifikationsarbeit von Ethereum stehen rekursive kryptografische Beweise im Zentrum. Buterins Mempool-Forschung im Januar untersucht rekursive STARK-Aggregation, um die Beweis-Bandbreite zu reduzieren: Statt an jedes Objekt einen großen Nachweis anzuhängen, kombinieren Mempool-Nodes die Nachweise in regelmäßigen Abständen. - Sein Beispiel geht von optimierten STARK-Nachweisen von etwa 128 kB aus und von einem Design, in dem acht Peers alle 500 ms aggregieren — das entspricht ungefähr 2 MB/s zusätzlicher, konstanter Bandbreite pro Node, unabhängig von der Objektmenge. - Die Mempool-Aggregation und die nativen UTXO-Vorschläge greifen unterschiedliche Engpässe an (Beweisbandbreite vs. Zustandaufblähung). Forscher untersuchen jedoch, wie sie sich gegenseitig ergänzen könnten. Community-Threads haben die Kombination in Architekturen extrapoliert, die enorme Mengen an UTXO-Transitions über kompakte rekursive Beweise abwickeln könnten — diese Extrapolation ist jedoch spekulativ und kein bestätigtes Durchsatz-Ziel. Protokoll-Zeitplan und Vorbehalte - Der native-UTXO-Vorschlag bevorzugt EIP-8141 (Frame Transactions) als Ausgabendesign, um Validierung, Gaszahlung und Ausführung zu handhaben. Frame Transactions werden derzeit in der Hegotá-Spezifikation als „Considered for Inclusion“ (zur Aufnahme in Betracht gezogen) geführt. EIP-7805 (FOCIL) ist derzeit der einzige Vorschlag, der für Hegotá formell terminiert ist. - Ethereum-Roadmap: Hegotá ist für 2027 nach dem Glamsterdam-Upgrade (Q4 2026) vorgesehen. Native UTXOs sind derzeit keine geplante Hegotá-Funktion; der Umfang des Upgrades wird noch eingeengt, und Frame Transactions bleiben zur Diskussion. - Wichtig: Das sind Forschungs- und Designskizzen, keine genehmigten Protokolländerungen. Die angenommenen STARK-Größen, rekursiven Schemata und Zustandseinsparungszahlen sind Arbeitsannahmen, keine Garantien für zukünftige Blockformate oder unbegrenzte Transaktionskapazität. Fazit Buterins Zitierung von Utreexo zeigt eine klare Forschungsrichtung: ein hybrides Ethereum, das je nach Workload das jeweils passendste Zustandsmodell nutzt, während kryptografische Beweise helfen, drastisch zu verkleinern, was Nodes speichern und wiederholt verifizieren müssen. Das ist ein spannender Fahrplan für Skalierung ohne Zentralisierung — bleibt aber explorativ: vielversprechend auf dem Papier, abhängig von Engineering, formaler Spezifikation und Validierung im Mainnet. Mehr KI-generierte Nachrichten zu: undefined/news