Ich hatte „Cold Wallet“ früher ziemlich simpel verstanden: kein Netz, der private Schlüssel verlässt das Gerät nicht – dann ist es doch sicher.
Coldcard kürzlich eine Sicherheitsvorfall dieser Art hat diese Annahme zerschlagen.
Die von TRM Labs am 5. August veröffentlichte Analyse besagt, dass eine Konfigurationsfehler in einer alten Firmware aus dem Jahr 2021 dazu führte, dass bei der Generierung von Wallet-Seeds bei manchen Geräten schwächere Software-Zufallszahlen verwendet wurden, statt der vorgesehenen Hardware-Zufallsquelle. Der Angreifer muss weder das Gerät in die Hand bekommen noch den Nutzer dazu bringen, eine Signatur zu leisten. Durch Berechnungen kann er so den privaten Schlüssel ableiten.
TRM konnte damals etwa 1.816 BTC verfolgen, die von über 5.200 Adressen abgezogen wurden, mit einem Gegenwert von rund 116 Millionen USD. Da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, können sich diese Zahlen noch ändern.
Das Ungewöhnlichste daran ist nicht, dass ein Hardware-Wallet eine Schwachstelle hat. Jeder Software- oder Hardwareteil kann Fehler machen.
Wirklich bemerkenswert ist: Das Upgrade der Firmware kann die bereits generierten alten Seeds nicht reparieren.
Nach dem Beheben der Schwachstelle kann ein neues Wallet den normalen Schlüsselgenerierungsprozess wiederherstellen, aber die Zufälligkeit der alten Seeds wird nicht plötzlich stärker. Das Importieren derselben Seed-Gruppe in ein anderes Gerät ist lediglich das Wechseln der „Hülle“. Das Risiko bleibt an dieser Seed-Gruppe gekoppelt.
Das hat mich veranlasst, meine Art der Vermögensaufteilung noch einmal zu überprüfen.
Wenn sich alle langfristigen Vermögenswerte auf genau dieselbe Marke, dasselbe Gerät und dieselbe Seed-Gruppe verlassen, wirkt das zwar wie „Self-Custody“, aber im Grunde wird das Risiko auf einen Punkt konzentriert. Auch wenn das Gerät noch so gut versteckt ist, löst das nicht die grundsätzlichen Probleme mit Firmware, Zufallszahlengenerierung und Lieferkette.
Heute neige ich stärker dazu, Wallets nach Zweck aufzuteilen:
Wallets für die Langzeitspeicherung nehmen nicht an täglichen DApp-Interaktionen teil; Multi-Chain-Aktionen laufen über separate kleine Wallets; neue Protokolle und unbekannte Contracts kommen in ein Test-Wallet. Jedes Wallet übernimmt nur eine Aufgabe. Wenn etwas schiefgeht, werden nicht alle Vermögenswerte gemeinsam offengelegt.
Auch die tägliche Multi-Chain-Verwaltung muss nicht mit der langfristigen Speicherung verknüpft sein. Zum Beispiel zeigt die öffentliche App-Store-Seite von CatWallet, dass es Ethereum, BNB Smart Chain, Polygon und Arbitrum unterstützt, und dass man auch kompatible Wallets erstellen oder importieren kann. Für Menschen, die häufig über Chains hinweg operieren, eignet sich so ein Tool als „Einstieg für die tägliche Interaktion“ und reduziert den Aufwand, mehrere Apps zu installieren und zu wechseln.
Aber ich werde nicht alles migrieren, nur weil ein Wallet mehrere Ketten unterstützt. Tools sollen die Effizienz bei der Bedienung erhöhen, aber die Nutzer sind weiterhin dafür verantwortlich, Risiken zu isolieren, Signaturen zu prüfen und Wiederherstellungsinformationen sicher zu verwahren.
Diese Coldcard-Affäre war für mich eine sehr klare Erinnerung: Self-Custody heißt nicht, dass man die Vermögenswerte in eine stabilere Box steckt und dann nie wieder hinschaut. Es verlangt, dass Nutzer dauerhaft auf Gerät, Firmware, Seed-Quelle und die Aufteilung der Vermögenswerte achten.
Ich frage mich auch, wie es heute bei anderen läuft:
- Werden langfristige Vermögenswerte und Interaktions-Vermögenswerte in unterschiedliche Wallets gelegt?
- Werden Seeds mit einer anderen Marke oder auf eine andere Weise generiert?
- Vertraust du am meisten einem Hardware-Wallet, einem Mobile-Wallet oder einer Multi-Signature-Lösung?
Erzähl doch mal, wie du Wallets schichtest. Dafür gibt es keine Standardantwort. Aber die echten Vorgehensweisen anderer Menschen können mehr wert sein als ein einzelner Satz wie „Bewahre die Seed gut auf“.
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