Wenn du öfter Krypto-News liest, werden die Begriffe Layer 1 und Layer 2 ständig wiederholt auftauchen. Damit du nicht durcheinanderkommst, lass uns Schritt für Schritt ganz in Ruhe alles nacheinander durchgehen.

Layer 1 ist die eigentliche Haupt-Blockchain – das grundlegendste Fundament eines Netzwerks. Bitcoin ist Layer 1. Ethereum zählt ebenfalls zu Layer 1. Sie haben jeweils eigene Systeme, um Transaktionen zu validieren und die Sicherheit des Netzwerks unabhängig zu gewährleisten, ohne auf andere Netzwerke außerhalb davon angewiesen zu sein.

Das Problem ist, dass viele Layer-1-Netzwerke in ihrer Kapazität begrenzt sind, um Transaktionen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verarbeiten. Wenn die Zahl der Nutzer weiter steigt, kann das Netzwerk überlastet werden, die Transaktionsgeschwindigkeit sinkt und die Transaktionskosten steigen deutlich, weil es viele konkurrierende Anfragen gibt, die sich den begrenzten Platz in jedem Block teilen müssen.

Hier kommt Layer 2 als zusätzliche Lösung ins Spiel.

Layer 2 ist ein System, das auf der Grundlage von Layer 1 aufgebaut ist. Sein Hauptziel ist es, Transaktionen deutlich schneller und deutlich günstiger zu verarbeiten, während es gleichzeitig die bereits durch Layer 1 garantierte Sicherheitsstufe als Basis nutzt.

So funktioniert es: Die meisten Transaktionen werden zuerst über eine leichtere und schnellere Layer-2-Route verarbeitet, und das Endergebnis wird dann periodisch zusammengefasst und erneut im Layer-1-Netzwerk erfasst – als offizielles und dauerhaftes Protokoll.

Das ist ähnlich wie bei einer Großstadt, die zusätzliche Autobahnen baut, damit sich nicht alle Fahrzeuge mit der immer größer werdenden Zahl auf der bereits überfüllten Hauptstraße stauen. Die Autobahnen bleiben mit demselben Straßennetz verbunden, bieten aber für einen Großteil des täglichen Verkehrs eine zusätzliche, flüssigere Route.

Einige beliebte Layer-2-Projekte werden auf dem Ethereum-Netzwerk aufgebaut. Ziel ist es, Transaktionen in Bezug auf Kosten und Geschwindigkeit viel effizienter zu machen, ohne die grundlegende Sicherheit des Netzwerks der Hauptschicht zu opfern.

Neben den Begriffen Layer 1 und Layer 2 ist inzwischen auch das Konzept von Layer 3 aufgekommen: Es wird nochmals über Layer 2 aufgebaut, um sehr spezifische und stark spezialisierte Anwendungsfälle abzudecken.

Das Verständnis für den Unterschied dieser Konzepte ist extrem wichtig, denn viele Innovationen im Krypto-Bereich entwickeln sich in Zukunft gerade am schnellsten auf der Ebene von Layer 2 und darüber hinaus – nicht mehr nur allein im Hauptnetz von Layer 1.

Für den Alltag ist das ganz einfach. Wenn du in einem Layer-2-Netzwerk Transaktionen ausführst und die Gebühren deutlich niedriger sind als im Hauptnetz, ist das völlig normal – und genau so ist es auch gedacht. Achte nur darauf, dass deine Wallet auf das richtige Netzwerk eingestellt ist, denn das Senden von Assets an eine Adresse im falschen Netzwerk kann dazu führen, dass diese Assets nicht wiedergefunden werden können.