Citi hebt die Prognose für Brent im Q3 auf 80 US-Dollar an, da der Iran-Konflikt die Ölrisiken erhöht
Citi hat seine Prognose für Brent-Rohöl für das dritte Quartal auf 80 US-Dollar pro Barrel angehoben, von 75 US-Dollar. Das spiegelt den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie die fortdauernden Schwierigkeiten wider, normale Ölströme durch die Straße von Hormus wiederherzustellen.
Trotz des Q3-Updates hat die Bank ihre Prognose für Brent im Q4 bei 70 US-Dollar und ihren Durchschnittswert für 2027 bei 65 US-Dollar pro Barrel beibehalten. Das deutet darauf hin, dass Citi weiterhin davon ausgeht, dass der geopolitische Druck auf den Ölmarkt sich irgendwann allmählich abschwächen wird.
Die jüngste Überarbeitung zeigt, dass die Störungen rund um Hormus länger andauern als Citi zuvor erwartet hatte. Allerdings spricht der vergleichsweise moderate Anstieg um 5 US-Dollar auch dafür, dass die Bank derzeit noch nicht die vollständige oder längerfristige Stilllegung der wichtigen Versandroute einpreist.
Die entscheidendere Frage betrifft nun Citis Ziel von 70 US-Dollar für das 4. Quartal. Diese Prognose hängt maßgeblich davon ab, dass sich die Ölströme durch die Straße von Hormus später in diesem Jahr verbessern. Wenn die Spannungen hoch bleiben und die Bemühungen zur Normalisierung des Schiffsverkehrs weiter scheitern, könnte diese Annahme zunehmend schwer aufrechtzuerhalten sein.
Für Öl-Trader könnte daher das nächste wichtige Signal sein, ob Citi und andere große Institutionen ebenfalls damit beginnen, ihre Prognosen für das 4. Quartal anzuheben. Solche Revisionen würden darauf hindeuten, dass der Markt die Störung nicht mehr nur als vorübergehend betrachtet, sondern sie in einer deutlich längeren geopolitischen Pattsituation einpreist.
Kurz gesagt: Das Q3-Upgrade von Citi erkennt an, dass der Iran-Konflikt Brent länger als erwartet stützt. Sollte die Situation in der Straße von Hormus bis ins 4. Quartal hinein ungelöst bleiben, könnte das nächste Risiko eine weitere Runde von nach oben gerichteten Prognisrevisionen für die Ölpreise sein.
