DER YEN-EINGRIFF VERLIERT BEREITS SEINE ZÄHNE

Eine Woche nach dem seltenen, koordinierten Vorgehen der USA und Japans zur Stützung des angeschlagenen Yens sendet der Markt eine brutale Botschaft:

Ein Eingriff kann den Markt erschüttern. Er kann jedoch keine wirtschaftlichen Fundamentaldaten umschreiben.

Der Yen war zunächst deutlich fester und sprang von knapp über 163 Yen je US-Dollar auf etwa 155 Yen, nachdem es zu der koordinierten Aktion unter Beteiligung des US-Finanzministeriums und der Bank of Japan (BoJ) gekommen war.

Doch das Feiern hielt nicht lange.

Sieben Tage nach der am 31. Juli angekündigten Intervention hatte der Yen fast die Hälfte seiner anfänglichen Gewinne wieder abgegeben und trieb zurück in Richtung 158,50 Yen pro Dollar.

Das ist das Problem.

Washington und Tokio können in den Markt eingreifen. Sie können Short-Positionen im Yen zerschlagen. Sie können ein politisches Signal senden. Sie können Händler vorübergehend dazu zwingen, ihre Wetten einzudecken.

Aber wenn die Lücke in der zugrunde liegenden Politik bleibt, kommt der Markt irgendwann wieder, um Blut zu sehen.

PGIMs Chefvolkswirt für die USA, Robert Sockin, warnte, dass eine Intervention allein höchstwahrscheinlich nicht ausreicht, um den breiteren Abwertungstrend des Yens umzukehren.

Seine Sorge ist sogar noch düsterer: Die Intervention könnte sich am Ende spektakulär nach hinten losgehen.

Wenn Spekulanten wieder Vertrauen gewinnen, dass der Yen strukturell schwach ist, könnten sie aggressiv Short-Positionen im Yen aufbauen – und gleichzeitig japanische Staatsanleihen verkaufen.

Das könnte einen Teufelskreis auslösen und die Bank of Japan sowie die Federal Reserve dazu zwingen, steigenden Marktdruck zu konfrontieren und möglicherweise die Zinspolitik als defensive Maßnahme anzupassen.

Bank of America hat darauf hingewiesen, dass das kurzfristige Ziel der BoJ darin bestehe, die Marke von 155 Yen zu durchbrechen – doch der Markt hat bereits gezeigt, wie schwierig es ist, diese Linie zu halten.

Der Yen berührte 155.

Dann rutschte er ab.

Und jetzt schaut der Markt auf etwas, das viel wichtiger ist als Intervention:

POLITIK.

US-Finanzminister Scott Bessent räumte letzte Woche die unbequeme Wahrheit ein:

Intervention kann ein Signal senden.

Aber die Politik bestimmt die Richtung der Währung.

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