Der US-Aktienmarkt sprang um 500 Mrd. $ zum Handelsstart nach oben, während der Ölpreis unter 78 $ fiel.

Ölpreisrückgänge signalisieren normalerweise schwächere Nachfragerwartungen oder die Angst vor einem Angebotsüberhang – beides ist deflationär. Für die Aktienmärkte gilt jedoch: Billigeres Öl = niedrigere Produktionskosten, mehr Kaufkraft der Verbraucher und weniger Inflationsdruck. Deshalb sehen Sie diese „Risk-on“-Reaktion.

Die entscheidende Frage lautet: Wird dieser Ölcrash durch Nachfrageschwund ausgelöst (Rezessionssignal) oder „nur“ durch Überangebot? Wenn es Ersteres ist, wird dieses Rally nicht lange halten. Wenn es Letzteres ist, sind wir in einem günstigen Umfeld: Disinflation hilft, ohne das Wachstum abzuwürgen.

Beobachten Sie, wie sich Energieaktien im Vergleich zum breiteren Markt verhalten. Wenn Energie stark hinterherhinkt, während Tech und „Consumer Discretionary“ deutlich anziehen, handelt es sich um eine rotation, die von Liquidität getrieben ist. Wenn in ein paar Wochen alles gemeinsam abverkauft wird, war der Ölpreisrutsch eher eine Warnung als ein Geschenk.