
Der Ministerpräsident von Ungarn, Péter Magyar, hat angekündigt, dass der Betrieb des einzigen Kernkraftwerks des Landes, „Paks“, aufgrund eines rekordartigen Rückgangs des Wasserstands der Donau zum ersten Mal seit 44 Jahren gestoppt wird. Das erklärte er in der Nacht zum Sonntag, dem 2. August, in einem Beitrag auf der Plattform X.
Wie die Agentur Reuters berichtet, deckt das Kernkraftwerk „Paks“ fast die Hälfte der Stromerzeugung in Ungarn ab und nutzt Wasser aus der Donau zur Kühlung der Reaktoren des Kraftwerks. Vor dem Hintergrund einer möglichen Energiekrise haben die Behörden des Landes die Bevölkerung und Unternehmen dazu aufgerufen, den Stromverbrauch zu senken.
Zuvor hatte Péter Magyar mitgeteilt, dass seine Regierung einen Notfallplan entwickelt habe, der eine schrittweise Begrenzung des Stromverbrauchs in den Industrieunternehmen des Landes vorsieht. Er versprach außerdem, dass andere Kraftwerke in Ungarn vorübergehend die Stromerzeugung erhöhen werden.
Das Austrocknen der Donau hat auch Rumänien und Serbien betroffen
Im Jahr 2026 ist die Donau aufgrund von außergewöhnlicher Hitze und Dürre in Mitteleuropa kritisch ausgetrocknet. In einzelnen Regionen hat der Wasserstand historische Tiefststände erreicht, was zum Stopp der Schifffahrt und zu Problemen im Energiesektor geführt hat.
Insbesondere wurde Ende Juli in Rumänien der erste Reaktor des Atomkraftwerks „Cernavodă“ gestoppt und vom nationalen Stromnetz getrennt. Hydrometeorologen aus Serbien warnen außerdem, dass der Wasserstand an der Donau den Rekord von einem Jahrhundert an Antiwerten übertreffen könnte. Die Behörden des Landes haben bereits den Betrieb einer Pumpstation eingestellt, die den nördlichen Teil der autonomen Provinz Vojvodina mit Wasser versorgt.
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