Japanischer Selbstverteidigungsbeamter dringt mit einem Messer in die chinesische Botschaft ein; die japanische Seite erhebt vier Monate später Anklage

Der 24-jährige japanische Offizier der Bodenselbstverteidigungskräfte, 3. Klasse, Oberleutnant Kouji Murata, wurde am 27. Juli von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Tokio offiziell angeklagt. Die Vorwürfe lauten auf unerlaubtes Eindringen in ein Gebäude, Verstoß gegen das „Waffen- und Klingen-Gesetz“ sowie Nötigung/Bedrohung. Er ist dem Stützpunkt Ueno im Landkreis Miyazaki zugeteilt.

Am 24. März brachte er ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von etwa 18 Zentimetern mit und kletterte über eine Mauer, um in die Chinesische Botschaft in Japan einzudringen (in Minato-ku, Tokio). Er rief den Mitarbeitern der Botschaft „Hinrichtung/Töten“ zu und gab eine Gewaltdrohung ab. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Wie japanische Medien berichten, ließ sich Murata ab April etwa drei Monate lang einer psychischen Begutachtung unterziehen. Die Staatsanwaltschaft kam zu der Auffassung, dass er strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann, gab jedoch nicht bekannt, ob er sich schuldig bekannt hat.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, erklärte am 28. Juli, man sei stark empört. China habe Japan erneut aufgefordert, den Vorfall gründlich aufzuklären und die Hintergründe zu ermitteln, um zu verhindern, dass sich ähnliche Vorfälle wiederholen, und damit China sowie der internationalen Gemeinschaft eine verantwortungsvolle Erklärung abzugeben.

Die Chinesische Botschaft in Japan hatte zuvor die japanische Seite aufgefordert, die an dem Fall beteiligten Personen hart zu bestrafen und so die Sicherheit der chinesischen Diplomaten sowie der Einrichtungen zu gewährleisten. Der Fall befindet sich derzeit erst in der Phase der öffentlichen Anklage; ob eine Verurteilung erfolgt und welche endgültige Strafe verhängt wird, liegt weiterhin im Ermessen des Gerichts.