Klimawissenschaftler und offizielle Stellen haben gewarnt, dass ein sich verstärkendes El Niño in Kombination mit menschengemachter Erwärmung in mehreren Regionen zu extremerem Wetter führt, wie Jiemian News berichtet. Der Klimawissenschaftler Zeke Hausfather von Berkeley Earth sagte, dass das aktuelle El Niño möglicherweise das stärkste seit 150 Jahren werden könnte; der Artikel zufolge könnte die durchschnittliche globale Temperatur im Jahr 2027 um 1,7 °C über dem vorindustriellen Niveau liegen und damit die 1,5 °C-Grenze im Rahmen des Pariser Abkommens überschreiten.
Die Weltorganisation für Meteorologie erklärte in einem Bericht, der Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde, dass Vorhersagen mehrerer Modelle zeigen, dass sich die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik deutlich erhöhen werden; El Niño werde voraussichtlich im Herbst auf der Nordhalbkugel weiter an Intensität gewinnen. Peru hat in mehreren Gebieten für 60 Tage den Ausnahmezustand ausgerufen, da starker Regen das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen erhöht.
Das Nationale Zentrum für Meeresumwelt-Wettervorhersage Chinas teilte Anfang dieses Monats mit, dass China im kommenden Herbst und Winter voraussichtlich mit einem außergewöhnlich starken El-Niño-Ereignis rechnen muss, das möglicherweise historische Extremwerte übertreffen könnte. Außerdem hieß es, die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass 2026 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wird. Das Zentrum erklärte, dass die monatliche Durchschnitts-Meerestemperatur in Küstennähe in China von Januar bis Mai 0,52 °C über dem Durchschnitt von 1991 bis 2020 lag und damit Meeresökosysteme sowie die Sicherheit der Aquakultur gefährdet. Währenddessen hätten in weiten Teilen Chinas seit Anfang Juli Temperaturen von 0,5 °C bis 1 °C über dem Normalwert geherrscht.
Der Artikel sagte, El Niño könne Taifune im Nordwestpazifik und im Südchinesischen Meer verstärken, Winter-Temperaturschwankungen verschlimmern und das Risiko von schweren Überschwemmungen erhöhen. Außerdem verwies er auf eine Berechnung des chinesischen Nationalen Energieamts, wonach jeder Anstieg um 1 °C der durchschnittlichen Temperatur in China den Strombedarf um 40 bis 50 Millionen Kilowatt erhöhen könne. Im Bereich der öffentlichen Gesundheit hieß es, El Niño könne die Ausbreitung von Infektionskrankheiten begünstigen. Zudem habe ein französischer Bericht zur öffentlichen Gesundheit vom 22. Juli ergeben, dass die Hitzewelle vom 17. Juni bis 2. Juli mindestens 5.764 zusätzliche Todesfälle verursacht habe, 36 % über den normalen Erwartungen.
