Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag, dem 23. Juli, auf ihrer Website insgesamt 10 Designvarianten für alle sechs Euro-Banknoten vorgestellt (mit den Nennwerten 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro). Auf fünf, die unter dem Motto „Europäische Kultur“ stehen, sind herausragende Kulturpersönlichkeiten dargestellt, die mit dem Kontinent in Verbindung stehen, und auf den übrigen fünf unter dem Titel „Vögel und Flüsse“ sind in den Ländern der Europäischen Union beheimatete Vögel zu sehen. Den Besuchern des Portals wurde angeboten, bis zum 21. September an einer Online-Umfrage teilzunehmen und ihre Meinung zu den neuen Geldscheinen zu äußern.

10 Designs für Sätze aus sechs Banknoten wurden von 10 verschiedenen Künstlern entwickelt. Diese Arbeiten verbindet nur eine identische Auswahl an dargestellten Menschen und Vögeln. In der einen Hälfte der Sätze schmücken Banknoten zu 5 Euro Maria Callas, die amerikanische Opernsängerin griechischer Herkunft, die die letzten Jahre ihres Lebens in Paris verbrachte, Banknoten zu 10 Euro der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven, in 20 Euro die polnische und französische Wissenschaftlerin Marie Skłodowska-Curie, in 50 Euro der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes, in 100 Euro der italienische Künstler und Wissenschaftler Leonardo da Vinci und in 200 Euro die österreichische Schriftstellerin Berta von Suttner.

In der zweiten Hälfte der Sätze auf den Banknoten zu 5 Euro ist ein in den Bergen lebender Mauerläufer dargestellt, bei 10 Euro ein Eisvogel, der es liebt, an Gewässern und fern von anderen Vögeln zu leben. Bei 20 Euro ist es ein Goldhähnchen, das in der Regenzeit mit der Jagd auf Bienen beginnen kann, auch in Bienenständen; bei 50 Euro ein Storch, der häufig in der Nähe von Wohnhäusern nistet, bei 100 Euro eine Säbelschnäblerart, die sowohl im Westen und Norden als auch im Süden Europas beheimatet ist, und bei 200 Euro ein Silber- oder Nordsee-Tölpel, ein großer Seevogel.

Auf den Rückseiten der Banknoten beider Serien sind bekannte Gebäude in Europa sowie unpersonalisierte Menschen abgebildet.

Das Design der neuen Banknoten soll bis Ende 2026 ausgewählt werden

Die Themen „Europäische Kultur“ sowie „Vögel und Flüsse“ wurden im Ergebnis eines europäischen Designwettbewerbs ausgewählt, an dem mehr als 1200 Künstler teilnahmen. Danach schlugen 25 von ihnen vor, Designprojekte zu einem oder beiden Themen auszuarbeiten, und anschließend wählte ein Gremium aus 21 Experten aus verschiedenen Bereichen die zehn besten Varianten aus.

Parallel zur Online-Umfrage zu den vorgeschlagenen Banknotensets werden Soziologen eine eigene Untersuchung unter den Einwohnern der EU-Staaten durchführen. Die EZB wird die Ergebnisse beider Arbeiten veröffentlichen und auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen. Es wird erwartet, dass das neue Design bereits bis Ende 2026 ausgewählt wird. Allerdings ist nicht unbedingt, dass es sich dabei um eine der für die Abstimmung vorgeschlagenen zehn Varianten handelt.

Laut dem EZB-Direktorin Christine Lagarde braucht das derzeitige Euro-Design mit abstrakten Abbildungen, das der Schweizer Künstler Robert Kalina 1996 entwickelt hat, ein Update. Die neuen Versionen der Banknoten sollen es ermöglichen, „dass sich Europäerinnen und Europäer noch stärker mit dem Euro identifizieren“. Dieses visuelle Update wird das erste für den Euro seit 2002 sein, als die Banknoten mit dem von Kalina vorgeschlagenen Design in Umlauf kamen.

Kalina kritisierte das von der EZB vorgeschlagene Design

In einem Interview mit der Zeitung „Die Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) kritisierte Kalina die von der EZB vorgeschlagenen Varianten der neuen Banknoten. Seiner Meinung nach könnten Abbildungen konkreter Personen und Gebäude Rivalitäten zwischen den Staaten wecken – genau das habe er in seinem Design vermeiden wollen. Das Bild von Vögeln und Flüssen hielt er dagegen für geeignet für Briefmarken, nicht für Banknoten.

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