Brent-Öl 100,69 USD, WTI 92,19 USD—bitte diese beiden „Abrechnungspreise“ und die aktuellen Kursnotierungen nicht zu einer Linie vermischen.

Am 23. Juli stieg die Abrechnung des September-WTI-Futures um 5,36 USD bzw. 6,17% auf 92,19 USD; die Abrechnung des September-Brent-Futures stieg um 6,62 USD bzw. 7,04% auf 100,69 USD. Brent berührte im Tagesverlauf zeitweise 102 USD—damit ist klar: „Höchstkurs im Handel—Abrechnungspreis—Notierung für den nächsten Handelabschnitt“ sind drei unterschiedliche Zeit-Schnitte.

Es gibt noch eine zweite Stolperfalle: Spot ist nicht gleich Futures, und der nächstfällige Kontrakt entspricht nicht zwingend derselben Lieferperiode. Dated Brent steht für die kurzfristige Spot-Bewertung von Verladungen; der Front-Month-Brent sowie WTI-Futures dagegen beziehen sich auf eine künftige Lieferung. Da beide über rollierende Zeiträume laufen, kann man sich beim direkten Bilden einer Spreads aus zwei „Main Contracts“ zudem eine Fristverzerrung einhandeln.

Für BTC und ETH gilt: Wenn der Ölpreis die Marke von 100 USD durchbricht, zeigt das, dass die Risikoprämie für Energie neu bewertet wird. Ob daraus jedoch anhaltender Druck entsteht, hängt davon ab, ob man im nächsten Handelabschnitt stabil darüber bleibt, ob sich Spot und die Kurve gleichzeitig wieder straffen und ob die Renditen von US-Staatsanleihen sowie der US-Dollar weiter zulegen. Verwenden Sie den Abrechnungspreis des vorherigen Zeitabschnitts nicht als Trigger für Echtzeit-Trades: Die Kursvolatilität ist hoch—achten Sie auf Positionsgröße und das Risiko durch den Hebel.