
Am frühen Freitag, dem 24. Juli, kam es in Georgien zu einem großflächigen Stromausfall. Wie in einer Erklärung des georgischen staatlichen Stromsystems mitgeteilt wird, die von der russischsprachigen Nachrichtenagentur TASS zitiert wird, setzte am 24. Juli gegen 00:10 Uhr Ortszeit die „Stromversorgung landesweit notfallmäßig aus“.
Russischsprachige Medien berichteten, dass Tiflis und andere Städte stromlos waren, darunter: Batumi, Kutaisi, Telavi, Borjomi, Bakuriani, Zugdidi. „Aufgrund einer Störung wurde der Betrieb der Pumpstationen eingestellt; die Bewohner von Tiflis, Rustawi und Mzcheta wurden vor möglichen Problemen bei der Wasserversorgung gewarnt“, so das Online-Medium „Kawkasus-Usel“. Laut dessen Angaben bestätigte das Unternehmen Georgian Water and Power die Daten zum Stromausfall „im ganzen Land“ und warnte, dass es in einigen Städten zu Unterbrechungen bei der Wasserversorgung kommen könne.
In den sozialen Medien erschienen Meldungen, die im Namen des staatlichen Stromsystems Georgiens verbreitet wurden. Darin wurde als Ursache des Blackouts ein Unfall an einer Hochspannungs-Freileitung genannt, die die Energiesysteme von Georgien und der Türkei verbindet. Der georgische Fernsehsender Pirveli schreibt jedoch auf seiner Website, dass das Unternehmen diese Information dementiert habe: „Die Behörde bestreitet die Verlässlichkeit der in sozialen Netzwerken verbreiteten Erklärung, wonach angeblich ein Unfall an der Stromübertragungsleitung, die Georgien und die Türkei verbindet, die Ursache der großflächigen Abschaltung gewesen sei.“
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war in den meisten Stadtteilen von Tiflis die Stromversorgung wiederhergestellt.
Stromausfall in Abchasien
Seitens der Agentur „Interfax“ wurde unter Verweis auf die Behörden der nicht anerkannten Republik Abchasien mitgeteilt, dass das gesamte Gebiet des Landes aufgrund eines „systemischen Unfalls am Enguri-Kraftwerk“ stromlos geworden sei. Gegen 3:00 Uhr Ortszeit meldete der Telegramm-Kanal „Energieministerium Abchasien“ die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung in der Republik.
Wie der „Kawkasus-Usel“ erinnert, geriet das Enguri-Kraftwerk – das größte Wasserkraftwerk im Kaukasus – nach dem georgisch-abchasischen Konflikt in die Jurisdiktion von Georgien und des nicht anerkannten Abchasiens. „Die Staumauer des Enguri-Kraftwerks befindet sich auf dem Gebiet, das unter der Kontrolle der georgischen Behörden steht, und die Schaltanlage befindet sich im kontrollierten Galer Bezirk auf abchasischer Seite. Dabei blieben 100 % der Anteile der AО ‚Enguri-Kraftwerk‘ im Eigentum des georgischen Staates. Zwischen Abchasien und Georgien besteht eine Vereinbarung zur Aufteilung des Stroms: 40 % erhält Abchasien, 60 % – Georgien“, heißt es in einer Auskunft des Online-Mediums.