Am Wochenende räumte ich zu Hause auf, als sich meine alte, regelkonforme Krypto-Freundin A-Wen plötzlich meldete: Kann man Babylon (dieses „BABY“) mal hinterherverfolgen? Sie habe zuletzt ständig Nachrichten gesehen, dass die TVL 5 Milliarden US-Dollar überstiegen hat. Ich war kurz baff – sie ist sonst immer extrem vorsichtig; selbst bei Stablecoins muss sie erst stundenlang Compliance-Dokumente prüfen, und jetzt fragt sie mich proaktiv nach einem BTC-Pledge-Projekt.
Ich stellte den Besen weg und checkte meine eigenen Positionen: Ich hatte zwar kein BABY, aber ich beobachte diese Branche schon länger. Als ich A-Wen antwortete, gab ich ihr nicht sofort eine direkte Zusage, sondern fragte erst nach: Hast du Angst vor der Preisvolatilität – oder fürchtest du eher, dass in diesem Mechanismus selbst irgendwo ein Haken steckt? Die Antworten auf diese zwei Fragen sind komplett unterschiedlich.
Babylon bewirbt aktuell nicht einfach nur klassisches Staking, sondern „Trustless Bitcoin Vaults“. Ganz simpel: Der native BTC muss nicht in irgendein Derivate-Token verpackt werden, und es gibt keine Notwendigkeit, über Cross-Chain-Bridges zu gehen. Stattdessen wird der BTC direkt auf der Bitcoin-Blockchain als Sicherheiten-Asset gesperrt. Dann kann man bei Aave V4 Stablecoins ausleihen, die Kredite zurückzahlen und anschließend die Sicherheiten wieder freischalten. Ledger, GoMining und andere Hard- und Mining-nahe Player sind ebenfalls mit an Bord – das ist kein Ein-Mann-Geschwätz, da sind echte Kooperationspartner, die dort echtes Geld hineinstecken. Die aktuell gesperrte Menge liegt bei über 56.000 BTC; damit steht das Protokoll unter vergleichbaren Projekten auf Platz eins.
Aber das Compliance-Thema, das A-Wen anspricht, kann ich ihr tatsächlich nicht einfach garantieren. Bei nativen BTC-Sicherheiten und Ausleihen ist noch unklar, ob die Aufsicht das am Ende als „verbriefte“ bzw. sicherheitsähnliche Produkte einstuft – da hat niemand eine endgültig klare Antwort. Außerdem läuft der Validierungsmechanismus derzeit unter der Annahme, dass alle Beteiligten ehrlich sind. Wenn es zu echten Szenarien mit bösartigem Gegenspiel kommt, wurde die Sicherheit bisher nicht in großem Maßstab umfassend geprüft.
Nachdem ich A-Wen das erklärt hatte, sagte sie, sie werde erst mal noch beobachten. Ich bin da genauso: Ich behalte im Blick, wie sich die gesperrten TBV-Daten und die echte Menge an ausgeliehenen Krediten entwickeln – das ist verlässlicher als darauf zu vertrauen, was irgendein KOL ruft.
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