$LAB liegt heute über 20% im Plus, und der Chart-Grund ist deutlich genug: ein fallendes Keilmuster mit einem RSI, der im überverkauften Bereich sitzt — also eine Konstellation, die häufig Short-Covering-Rallyes auslöst, selbst bei strukturell angeschlagenen Assets. Das sollte man jedoch von den Fundamentaldaten trennen.

Die Bewegung, die die letzten 48 Stunden tatsächlich erklärt, ist jedoch nicht technisch. Entwickler haben am 20. Juli einen großen Teil der Liquidität abgezogen — und genau das hat den vorherigen Rückgang von 23% ausgelöst. Solch ein Entzug tendiert dazu, mehr Verkäufe vorauszuschicken, nicht weniger. Dazu kommt ein Token-Unlock, der für Mitte August geplant ist: Dabei werden knapp 282 Millionen LAB freigegeben — wertmäßig ungefähr 40 Millionen US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung, die nahe bei 44,7 Millionen US-Dollar liegt. Das ist kein Rundungsfehler. Das ist Verwässerung in einem Ausmaß, das der aktuelle Preis noch nicht einpreist.

Damit prallen zwei Zeithorizonte aufeinander. Kurzfristig liefert der Keil-Ausbruch Momentum-Tradern etwas, worauf sie reagieren können. Mittelfristig begrenzt ein Angebotsüberhang aus dem Unlock-Zeitplan, wie weit diese Reaktion reichen kann. Historisch gesehen verblassen Rückläufe innerhalb eines breiteren Abwärtstrends wie diesem, sobald das Unlock-Datum näher rückt und Halter beginnen, sich vorab zu drehen.

Technischer Bounce, struktureller Abschlag. Unterschiedliche Fragen, unterschiedliche Zeithorizonte.
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