IREN, dieser Bitcoin-Miner hat gerade einen mehrjährigen AI-Cloud-Services-Vertrag im Wert von rund 2,8 Milliarden US-Dollar abgeschlossen und dabei den jährlichen Umsatz-Zielwert für das AI-Cloud-Geschäft bis Ende dieses Jahres auf über 4 Milliarden US-Dollar angehoben. Am selben Tag stieg der Kurs um etwa 15,7 %. Die Zahlen sind nicht klein – und auch die Lage ist ziemlich heikel.

Kurz gesagt: Während die Mining-Farmen früher im Wesentlichen nur Bitcoin schürften, bündeln sie heute Rechenleistung, Strom und Rechenzentrums-Kapazitäten und verkaufen das als Cloud-Services an AI-Entwickler. Damit ist das Unternehmen sowohl ein Anbieter von Rechenleistung für das Bitcoin-Netzwerk als auch ein Versuch, Teil der AI-Infrastruktur zu werden – im Grunde laufen zwei Geschäftsmodelle auf derselben Hardware-Plattform.

Ungewöhnlich ist vor allem, dass die Bewertungslogik für Bitcoin-Miner gerade umgeschrieben wird. Früher hat man vor allem „Bitcoin-Preis plus Fördermenge“ betrachtet. Jetzt müssen zusätzlich Faktoren wie „AI-Cloud-Umsatzziele“ und „mehrjährige Verträge“ eingepreist werden, wodurch sich die Verhandlungsmacht rund um die Rechenleistung auf einen breiteren Markt ausweitet.

Als Nächstes kommt es auf zwei Punkte an: Ob die Umsetzung und die Profitabilität dieser AI-Verträge die neue Story auch tatsächlich tragen können – und ob sich der Miner bei seinem Geschäft mit zwei Strängen zwischen Bitcoin-Rechenleistung und AI-Cloud entscheiden muss.