Niedrige Wasserstände auf dem Rhein stören Schifffahrtstransporte auf Deutschlands wichtigster Binnenwasserstraße. Das birgt Risiken für die Lieferketten und trübt den Ausblick auf die Erholung für Europas größte Volkswirtschaft. Wie Jin10 berichtet, sagte Fabian Spiess, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), dass die Wasserstände so weit gesunken seien, dass Schiffe ihre Fracht reduzieren müssen. Dadurch steigen die Transportkosten. Das stellt Hersteller vor Herausforderungen, die auf Lastkähne angewiesen sind, um Kohle, Rohöl und Chemikalien zu befördern. Unter Berufung auf Daten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hielt der Beitrag fest, dass anhaltend niedrige Wasserstände am Rhein im Jahr 2018 die deutsche Wirtschaft etwa 0,4% der Wirtschaftsleistung gekostet hätten. Der Volkswirt bei der Deutschen Bank, Marc Schattenberg, sagte, das Problem habe sich in diesem Jahr verschärft, weil eine wichtige Bahn-Frachtstrecke entlang des rechten Rheinufers für Bauarbeiten geschlossen worden sei und es nicht genügend alternative Bahntransportkapazitäten gebe. Eine weitere Sorge ist, ob die niedrigen Wasserstände die Inflation weiter anheizen werden. Die Europäische Zentralbank prüft, ob sie die Geldpolitik weiter straffen soll. EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel sagte in diesem Monat, dass der Wasserstand des Rheins ein Faktor sei, der dazu beitragen könne, die Inflation dauerhaft hoch zu halten.