Circle-Aktie rutscht: US-Banken drängen den Senat, Formulierungen im CLARITY Act zu verschärfen Circle Internet Group (CRCL) fiel im vorbörslichen Handel um mehr als 2%, nachdem eine Koalition US-amerikanischer Bankenverbände die Senatoren aufgefordert hatte, die Sprache für Stablecoins im CLARITY Act zu präzisieren. In einem gemeinsamen Schreiben baten die Banken die Gesetzgeber, Abschnitt 404 zu überarbeiten, bevor sie den Gesetzentwurf weiterbringen, und warnten, dass die derzeitige Formulierung eine Lücke eröffnen könnte, die es Stablecoin-Emittenten erlauben würde, zinsähnliche Anreize anzubieten und so Kundeneinlagen aus traditionellen Banken in Tokens wie USDC zu verlagern. Die Banken machten dabei ein besonderes Risiko für Community- und Regionalbanken aus und sagten, unklare Formulierungen zu angebotsbezogenen, renditeähnlichen Anreizen könnten den Abzug von Einlagen beschleunigen. „Sicherzustellen, dass Stablecoin-Regulierungen klare und durchsetzbare Grenzen für zins- und renditeähnliche Anreize ziehen, ist daher unerlässlich“, heißt es in dem Schreiben. Politischer Hintergrund und Chancen des Gesetzes Der erneute Lobbydruck kommt wenige Tage, nachdem Präsident Trump den Kongress aufgefordert hatte, den CLARITY Act zu verabschieden – zu Ehren des am 12. Juli verstorbenen Senators Lindsey Graham. Doch die Dynamik für den Gesetzentwurf wirkt wackelig: Ein Bericht Anfang des Monats besagte, dass ein wichtiger Berater des Weißen Hauses, der die Gesetzgebung unterstützt, sich im einmonatigen Urlaub befindet, wodurch sich die geschätzte Wahrscheinlichkeit der Verabschiedung auf etwa 37% reduziert. Eine Abstimmung im Senat soll dennoch noch vor der Sommerpause am 7. August stattfinden. Marktreaktion und technisches Bild Circles Aktie setzt den Abwärtstrend fort, der seit dem Juni-Hoch nahe $140 anhält; in den jüngsten Sitzungen notiert sie bei rund $61 – knapp über einer wichtigen Fibonacci-Unterstützungsmarke bei $59,39. Analysten weisen darauf hin, dass ein klarer Bruch unter diese Marke kaum Chart-Unterstützung hinterlassen würde, bis zur psychologisch wichtigen Schwelle von $50. Die Momentum-Indikatoren deuten auf anhaltenden Verkaufsdruck hin: Der Chaikin Money Flow liegt bei etwa -0,39 und signalisiert Kapitalabflüsse, während der Average Directional Index (ADX) bei rund 24,7 liegt und darauf hindeutet, dass der Abwärtstrend weiterhin eine moderate Stärke besitzt. Jeder Erholungsversuch dürfte auf Widerstand an aufeinanderfolgenden Fibonacci-Korrekturmarken bei etwa $76,63, $90,17, $99,67, $109,18 und $120,94 stoßen. Fundamentale Entwicklung auf längere Sicht und Analystenbewegungen Trotz der kurzfristigen Belastung stützen mehrere Entwicklungen Circles These für den längeren Zeithorizont. Das Unternehmen habe kürzlich vom Office of the Comptroller of the Currency eine nationale Trust-Banklizenz erhalten und könne sich damit als bundesweit regulierte Trust Bank betreiben. Auch das institutionelle Interesse zeigte sich: ARK Invest kaufte am 9. Juli rund 13,8 Millionen US-Dollar an CRCL-Aktien. Dennoch ist die Stimmung bei einigen Analysten vorsichtiger geworden. Baird senkte sein Kursziel für Circle von $138 auf $100 und verwies auf die Erwartung, dass Circles Umsatz im Q2 2026 die Schätzungen der Wall Street verfehlen werde; zudem warnte Baird, dass der für den 30. Juni geplante Start der OUSD-Stablecoin die Marktposition von USDC im Zeitverlauf schmälern könnte. Baird merkte jedoch an, dass Circles Ausrichtung auf den vorgeschlagenen GENIUS Act die Akzeptanz von USDC am Ende stärken könnte, sobald sich der regulatorische Rahmen für dollarbasierte Stablecoins weiterentwickelt. Separat kürzten Baird und BTIG die Zielkurse für Circle und Coinbase vor den Q2-Ergebnissen, hielten jedoch an bullischen Bewertungen für beide Titel fest. Fazit: Der frische regulatorische Gegenwind beim CLARITY Act und die technische Schwäche belasten CRCL kurzfristig, doch die Lizenzfreigabe und die Käufe durch Institutionen liefern einen ausgleichenden, längerfristigen Rückhalt – was die Aktie empfindlich macht sowohl gegenüber politischen Entwicklungen als auch gegenüber der breiteren Marktsentiment-Lage. Weitere KI-generierte News unter: undefined/news
