Kernaussage: Die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen ist deutlich gesunken, Erwartungen auf Zinssenkungen sind unklar.

  • Die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen ist im Grunde „zerstört“: In dem Video wird klar darauf hingewiesen, dass es auf Basis der aktuellen Marktreaktionen und Daten praktisch keine Möglichkeit mehr für Zinserhöhungen gibt. Das liegt daran, dass der Schwerpunkt der US-Notenbank derzeit vollständig darauf ausgerichtet ist, die Preisstabilität aufrechtzuerhalten, und dass das zuvor geltende „flexible Average Inflation Target“-Modell inzwischen abgeschafft wurde.

  • Die harte Haltung des Vorsitzenden Wosch: Wosch betonte in seinem Anhörungstermin, dass die Fed gegen die Inflation vorgehen müsse; Inflation sei eine „Auswahl“, und die Aufgabe der politischen Entscheidungsträger bestehe darin, niedrige Preise zu wählen. Das bedeutet: Obwohl die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen äußerst gering ist, wird die Fed nicht eilig sein, um die Wirtschaft anzukurbeln, indem sie aggressive „Zinssenkungen“ umsetzt. Der aktuelle Ton ist eine „feste Verpflichtung“, das 2%-Inflationsziel zu erreichen, was darauf hindeutet, dass ein Hochzinsumfeld (also ein Zustand monetärer Straffung) möglicherweise länger anhält als vom Markt erwartet.

Zukünftige Unsicherheiten

  • Inflationsdruck und externe Konflikte: Das Video nennt „die Eskalation zwischen den USA und dem Iran“ als Einflussfaktor für die Energiepreise, was Aufwärtsdruck auf den CPI ausüben wird. Solange die Inflation nicht eindeutig „bezähmt“ ist, fehlt der Fed selbst dann ein stichhaltiger Grund für Zinssenkungen, wenn keine Zinserhöhung erfolgt.

  • Politische Anpassungen durch Reformen: Wosh hat mehrere spezielle Arbeitsgruppen eingerichtet. Künftig wird die Geldpolitik sich nicht mehr nur auf die Anpassung des Zinssatzes stützen, sondern möglicherweise auch durch ein systematisches Management der Bilanz (Bilanzsumme/Balance Sheet) gesteuerte Ziele erreichen. Das bedeutet, dass sich die „Richtung“ der Politik stärker auf die Bilanzverkleinerung konzentrieren könnte, statt nur auf einfache Schwankungen bei den Zinsen.

Eine Analyseempfehlung auf dem Weg nach vorn

  • Fokus des Marktes kurzfristig: Die aktuelle Preisgestaltung des Marktes spiegelt die Bestätigung wider, dass es keine weiteren Zinserhöhungen geben wird. Anleger sollten besonders darauf achten, wie die Fed künftig auf Inflationsdaten reagiert, sowie welche konkreten Planungen zur „Preis- Stabilität“ Fed-Chef Wosh in den nachfolgenden Fragen und Antworten nach der Anhörung darlegen wird.

  • Erwarte keine übermäßigen Zinssenkungen: Auch wenn der Markt möglicherweise auf „Zinssenkungen“ handelt, deutet die Betonung von Wosh, dass „Inflation eine Wahl ist“, sowie seine Kritik an früheren „falschen Rahmenkonzepten“ darauf hin, dass er eher eine Strategie verfolgt, die aufrechterhaltene Hochzinsphase beibehält, bis die Inflation vollständig wieder ihr Zielniveau erreicht hat – um die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank (Fed) neu zu etablieren.

Kurz gesagt: Das wichtigste Signal lautet derzeit „Der Zinserhöhungszyklus ist beendet“, aber „der Zinssenkungszyklus ist noch nicht gestartet“.