Self-custody beantwortet eine Frage: Kann die Börse deine Assets übernehmen? Sie beantwortet eine andere nicht: Wer trägt die Verluste, wenn gehebelte Positionen schneller kollabieren, als sie geschlossen werden können?
GRVT nutzt eine vollständige Liquidation. Wenn das Eigenkapital unter die Maintenance Margin fällt, wird das gesamte Cross-Konto – oder die betroffene isolierte Position – an den Insurance Fund übertragen. Dieser schließt die Exponierung und übernimmt den daraus resultierenden Gewinn oder Verlust.

Der entscheidende Tail-Risk-Detailwert zeigt sich, wenn dieser Fonds ins Negative rutscht. In der Dokumentation von GRVT heißt es, dass ein „Socialized Loss Haircut“ auf Auszahlungen angewendet wird, berechnet als das Fondsdefizit geteilt durch das gesamte Kundeneigenkapital. Nutzer, die während des Defizits keine Auszahlung vornehmen, werden nicht belastet, und der Haircut endet nach der Rekapitalisierung.

Das verändert den finalen Verlustträger. Die Kosten werden nicht sofort auf jedes Konto gleichzeitig aufgeschlagen; sie konzentrieren sich auf Nutzer, die in dem Stress-Zeitfenster Liquidität suchen.

Eine faire Interpretation ist, dass dadurch vermieden wird, profitable Trader zwangsweise zu schließen, und dem Fonds Zeit gegeben wird, sich durch profitable Liquidationen oder frisches Kapital zu erholen. Der Trade-off ist das Timing-Risiko: Zwei Nutzer mit identischen Guthaben könnten unterschiedliche Auszahlungsergebnisse erhalten, weil einer während des Defizits aussteigt.

Für @grvt_io ist der stärkste Stresstest nicht nur Self-custody. Entscheidend ist, ob die Equity des Insurance-Funds, der Defizit-Status und die Haircut-Historie für Trader so gut beobachtbar werden, dass sie das Risiko einpreisen können, bevor die Volatilität eintrifft.

Würde eine Echtzeit-Abdeckung des Fonds im Verhältnis zum Open Interest belegen, dass dieses Backstop skaliert? #grvt