Wall Street-Transfer-Agents schießen auf die SEC los.

Die Securities Transfer Association (STA) hat gerade ein Meinungs­schreiben eingereicht und zeigt direkt auf die derzeit gängigen Tokenisierungs-Modelle für Aktien, die laut ihr strukturelle Schwachstellen aufweisen. Gegen wen richtet sich der Vorwurf? Ondo und Kraken xStocks – also Drittanbieter mit synthetischen Pfaden, die derzeit die Hauptakteure in einem Markt von rund 2 Milliarden US-Dollar sind.

Der Kernanliegen der STA lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Das Autorisierungsmodell des Emittenten muss Vorrang haben.

Die Begründung ist ebenfalls deutlich:
· Bei Tokenisierten Aktien aus Drittquellen tragen Inhaber vor allem Plattform-, Verwahrstellen- und Kontrahentenrisiken – statt der rechtlichen Beziehung zum börsennotierten Unternehmen selbst
· Aktionärsrechte werden verwässert, und Anleger werden leicht durch Produkte in die Irre geführt, die „auf den ersten Blick wie Aktien“ wirken
· Jede Innovationsausnahme oder Pilotrahmen muss die „klare Zustimmung des Emittenten“ als zwingende Voraussetzung behandeln

Zugleich treibt die STA voran, dass DTCC und Transfer Agents DRS vereinfachen (Direct Registration System), um den Weg für digitale Wertpapiere zu ebnen.

Das Gewicht dieses Schreibens liegt darin, dass es die Position der bestehenden Infrastruktur von Wall Street repräsentiert. Die SEC hat bislang keine offiziellen Regeln veröffentlicht; der rechtssichere Weg für tokenisierte Aktien ist also noch nicht festgelegt. Wenn der Regulierer der Richtung der STA folgt, würde der Lebensraum für die bestehenden Drittanbieter-Synthese-Modelle erheblich schrumpfen, während der „Broker-Emittent–On-Chain“-Pfad zur neuen Spielwiese werden könnte.

Für RWA- und Projekte zur Tokenisierung von Aktien ist das ein Signal, das man nicht ignorieren kann: Eine wilde Wachstumsphase könnte früher enden, und die Compliance-Kosten würden neu bepreist.

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