KRYPTOWÄHRUNG: EINE ISLAMISCHE PERSPEKTIVE

HINTERGRUND

Nach der globalen Finanzkrise 2008 wurde Bitcoin 2009 von dem anonymen Satoshi Nakamoto eingeführt. Ziel war es, ein dezentralisiertes Finanzsystem zu schaffen, das über die Blockchain funktioniert – ohne Kontrolle durch Regierung oder Zentralbank.

WARUM VIELE GELEHRTE SIE ALS HARAM BETRACHTEN

Viele islamische Gelehrte, darunter Mufti Taqi Usmani, halten Kryptowährungen derzeit für unzulässig, vor allem wegen drei wesentlicher Bedenken:

- GHARAR (Übermäßige Unsicherheit): Hohe Unsicherheit aufgrund fehlender greifbarer Absicherung und extremer Kursvolatilität.
- QIMAR (Glücksspiel): Viele Menschen handeln mit Krypto lediglich zur Spekulation, statt es für einen echten wirtschaftlichen Nutzen einzusetzen.
- FEHLEN EINES RECHTLICHEN GARANTIERTEN SCHUTZES: Die meisten Kryptowährungen sind kein gesetzliches Zahlungsmittel und werden weder von Regierungen noch von Zentralbanken gestützt.

DIE ROLLE DES BRAUCHS ('URF)

Die islamische Rechtswissenschaft erkennt 'Urf (Brauch/Gepflogenheit) als wichtiges Prinzip an. Wenn Kryptowährungen weit verbreitet akzeptiert, rechtlich reguliert, stabil und im Alltag häufig in Transaktionen genutzt werden, könnten Gelehrte seine Bewertung erneut prüfen.

ZUKUNFTLICHE MÖGLICHKEIT

Wenn die Gründe für das Verbot wegfallen – etwa übermäßige Unsicherheit, Spekulation und fehlende Regulierung – und Kryptowährungen zu einem anerkannten Tauschmittel werden, könnten viele Gelehrte ihre Zulässigkeit erneut überdenken.

ABSCHLIESSENDE NACHRICHT

Der Autor argumentiert, dass Kryptowährungen in Zukunft sehr wahrscheinlich ein normaler Bestandteil des globalen Finanzsystems werden. Er rät dazu, Gelehrte oder das islamische Recht nicht zu verspotten, sondern verantwortungsvoll zu handeln und sich daran zu erinnern, dass jeder Einzelne Allah gegenüber für seine finanziellen Entscheidungen verantwortlich ist.

Allah weiß es am besten.

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