Tech- und Makro-Trader, wir sehen auf den Charts eine gewaltige Divergenz, die sich gerade bei Oracle (NYSE: ORCL) entfaltet. Obwohl Oracle in einem Quartal Rekordzahlen gemeldet hat, fielen die Aktien daraufhin um 8% bis 10% – nach einer überraschenden, zukunftsgerichteten Finanzoffenlegung.
Hier ist die datenbasierte Aufschlüsselung, warum Wall Street auf den „Verkaufen“-Knopf drückt, obwohl es einen massiven KI-Umsatz-Beat gab:
📊 Die Gewinnüberraschung
Auf den ersten Blick waren die Zahlen von Oracle für das 4. Quartal des Fiskaljahres 2026 grundsätzlich spektakulär – angetrieben durch die stark steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur:
Rekordumsätze: Der gesamte Q4-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 21% auf 19,2 Milliarden US-Dollar und übertraf die Analystenschätzungen deutlich.
Cloud-Explosion: Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur (IaaS) schoss um unglaubliche 93% auf 5,8 Milliarden US-Dollar in die Höhe.
Massive Auftragsbestände: Oracles verbleibende Performance-Verpflichtungen (RPO) — ein entscheidendes Maß für vertraglich zugesagte künftige Umsätze — stiegen um 363% auf atemberaubende 638 Milliarden US-Dollar.
EPS-Überraschung: Der Ergebniswert je Aktie (Non-GAAP) lag bei 2,11 US-Dollar und übertraf damit deutlich den Wall-Street-Konsens von 1,96 US-Dollar.
⚠️ Der Auslöser für den Kursrutsch: Starke CapEx- und Verwässerungsängste
Wenn die Ergebnisse so stark waren, warum dann der plötzliche Abverkauf? Der Markt war verunsichert wegen der schieren Kosten, um im Wettrennen um KI-Infrastruktur mithalten zu können:
Die Kapitalerhöhung über 20 Mrd. USD+: Das Management kündigte Pläne an, im Geschäftsjahr 2027 etwa 40 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung aufzunehmen. Entscheidend ist: Das beinhaltet einen Verkauf von 20 Milliarden US-Dollar an Aktien (durch eine kurzfristige Ausgabe von Eigenkapital „at-the-market“), was sofort Sorgen über eine massive Verwässerung der Aktionäre auslöste.
Bargeldverbrennung: Um seine Rechenzentren auszubauen und fortschrittliche KI-Hardware zu sichern, stiegen die Investitionsausgaben (CapEx) von Oracle im Geschäftsjahr 2026 um 162% auf 55,7 Milliarden US-Dollar.
Negativer Cashflow: Aufgrund dieser aggressiven Ausgaben meldete das Unternehmen für das Geschäftsjahr einen negativen Free Cashflow von 23,7 Milliarden US-Dollar.
💡 Fazit
Oracle vollzieht derzeit aggressiv den Übergang zu einer tragenden KI-Infrastruktur-Großmacht und geht dabei direkt mit AWS und Microsoft Azure an die Konkurrenz. Allerdings signalisierte der Markt große Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen Belastung der Bilanz sowie der Aktienverwässerung, die erforderlich ist, um diese Expansion im Umfang von 40 Milliarden US-Dollar zu finanzieren.
Betrachtest du diesen aggressiven Kursrutsch als eine erstklassige „Buy-the-dip“-Chance für langfristiges KI-Wachstum — oder hält dich die Aktienverwässerung im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar auf Abstand? Lass uns unten über deine Strategien sprechen! 👇
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