OpenUSD (OUSD), die neue, von Ripple und einem breiten Branchennetzwerk gestützte Stablecoin, wird laut der ARK-Invest-Gründerin Cathie Wood dem Marktführer nicht so bald den Rang ablaufen. Trotz der Beteiligung einiger der größten Finanz- und Technologieunternehmen der Welt argumentiert Wood, dass Liquidität, Vertrauen und eine tiefe Ökosystem-Integration weitaus wichtiger sind als eine prominent platzierte Liste von Partnern.
Auch die neuesten ARK-Researches deuten darauf hin, dass viele Marktteilnehmer das langfristige Potenzial des Projekts möglicherweise überschätzen.
ARK sagt, dass Netzwerkeffekte weiterhin der größte Vorteil von USDT und USDC sind
Cathie Wood verglich Stablecoins mit Zahlungsnetzwerken, deren Wert steigt, je mehr Nutzer, Börsen, Wallets, Zahlungsanbieter und dezentrale Anwendungen sie übernehmen. Laut ihr haben USDT und USDC bereits durch jahrelange weit verbreitete Nutzung starke Netzwerkeffekte aufgebaut, wodurch sie äußerst schwer zu ersetzen sind.
ARK Invests Direktor für digitale Vermögenswerte, Lorenzo Valente, brachte diese Ansicht ebenfalls zum Ausdruck und erklärte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass OUSD die beiden dominierenden Stablecoins ersetzt, relativ gering ist. In seiner Analyse argumentierte er, dass dauerhafte Netzwerkeffekte durch tiefe Liquidität, gewohnheitsmäßige Nutzung, die Akzeptanz von Sicherheiten, Markttiefe, Abwicklungsströme, Plattform-Integrationen und das Vertrauen der Nutzer entstehen – nicht einfach dadurch, dass man eine lange Liste von Unternehmenspartnern zusammenstellt.
Das OpenUSD-Projekt, das vom Bridge-Mitbegründer Zach Abrams geleitet wird, hat den Stablecoin im vergangenen Monat vorgestellt und rechnet damit, ihn später in diesem Jahr zu starten. Die Initiative zielt darauf ab, die Akzeptanz zu beschleunigen, indem Minting- und Redemption-Gebühren entfallen, der Großteil der Reserven-Erträge mit Ökosystem-Partnern geteilt wird und unabhängige Governance umgesetzt wird.
Mehr als 140 Unternehmen aus den Bereichen Banking, Payments, Kryptowährungen und Technologie sind dem Konsortium beigetreten, darunter Ripple, BlackRock, Visa, Stripe, Google, Coinbase, DBS und OKX. Mehrere südkoreanische Firmen, darunter Samsung Electronics und Shinhan Financial Group, erklärten jedoch später, dass sie keine offizielle Vereinbarung zur Teilnahme an dem Projekt unterzeichnet hätten.
Liquidität und die echte Übernahme im Alltag bleiben große Hürden
Valente stellte außerdem die Frage, ob das wirtschaftliche Modell von OUSD einen nennenswerten Vorteil bieten würde. Er merkte an, dass der Stablecoin voraussichtlich das GENIUS-Gesetz einhalten soll, was bedeutet, dass er keine Renditen direkt an Token-Inhaber ausschütten dürfte. Stattdessen beschrieb er den Ansatz als ein auf Reserven basierendes Wirtschaftsmodell, das in erster Linie Ökosystem-Partnern zugutekommt – nicht den Endnutzern.
Als Beispiel führte Valente Binance an, das Berichten zufolge rund 45 Milliarden US-Dollar in USDT hält. Bybit verfügt über etwa 4 Milliarden US-Dollar, während OKX ungefähr 9 Milliarden US-Dollar an USDT-Reserven verwaltet. Seiner Ansicht nach haben Börsen wenig Anreiz, auf einen anderen Stablecoin zu migrieren, nur weil dieser möglicherweise ein attraktiveres Reservemodell bietet – insbesondere wenn dadurch ihr bestehendes Handels-Ökosystem gestört werden könnte.
USDT ist tief in den Abläufen der größten Krypto-Börsen verankert. Es dient nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel, sondern auch als primäres Handelspaar, Sicherheiten-Asset und Abwicklungswährung. Dieses Maß an Integration schafft starke Netzwerkeffekte und erhöht die Hürden für konkurrierende Stablecoins erheblich.
Eine ähnliche Ansicht wurde zuvor auch vom Circle-CEO Jeremy Allaire geäußert. Er argumentierte, dass die Stärke von USDC in seiner globalen Liquidität, den umfangreichen Integrationen für Entwickler und der regulatorischen Compliance liegt. Außerdem stellte er die Frage, ob ein Modell, das den Großteil seiner Gewinne an Ökosystem-Partner zurückführt, im großen Maßstab nachhaltig sein kann. Er warnte, dass es letztlich dazu führen könnte, dass kritische Infrastruktur unterfinanziert wird.
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