Laut Informationen von Der Spiegel plant der deutsche Automobilkonzern Volkswagen im Rahmen einer Umstrukturierung, vier Werke in Deutschland zu schließen. Solche noch weitergehenden Maßnahmen, als zuvor genannt wurden, sind in dem Plan enthalten, den der VW-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume am Donnerstag, dem 9. Juli, dem Aufsichtsrat vorstellen wird. Das berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin unter Berufung auf mit diesem Aufsichtsorgan vertraute Quellen.

Werke in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm werden geschlossen

Dabei soll die Produktion in den VW-Werken in Zwickau und Emden nach Angaben von Der Spiegel in fünf Jahren eingestellt werden. Das Werk in Hannover soll 2032 geschlossen werden, das Audi-Werk in Neckarsulm, das ebenfalls zur Struktur von Volkswagen gehört, 2034. In diesen vier deutschen Werken arbeiten rund 40.000 Menschen. Darüber hinaus plant der VW-Chef, bis 2030 im Konzern weitere 50.000 Arbeitsplätze abzubauen.

Nach dem Konzept von Blume wird die Produktion einer Reihe von Modellen mittelfristig „von“ Deutschland auf die Werke des Konzerns in Osteuropa „verlagert“, wo die Kosten niedriger sind. Dabei geht es unter anderem um das VW-Werk in der slowakischen Hauptstadt Bratislava sowie um das Audi-Werk im ungarischen Győr.

Proteste gegen die Pläne der VW-Führung

Am Tag der Sitzung des Aufsichtsrats von VW in Wolfsburg finden in den Betrieben des Konzerns in ganz Deutschland Proteste der Beschäftigten statt. Die IG Metall und der Betriebsrat richten sich gegen die Pläne der Unternehmensleitung und organisieren Protestaktionen in den deutschen Werken der Marken, die zum Konzern gehören – Volkswagen, Audi, Porsche und MAN. Auch das Land Niedersachsen, das 20 % der VW-Aktien hält, tritt gegen die Schließung von Werken ein.

Vor dem Treffen betonte die Führung des Autobauers die Notwendigkeit harter Einschnitte angesichts eines starken Gewinnrückgangs. „Wir werden die überschüssigen Kapazitäten reduzieren müssen“, sagte ein Unternehmensvertreter. Ziel der Umstrukturierungen ist es, die Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Herstellers zu steigern.

VW-Werke könnten an Rüstungsunternehmen verkauft werden

Derzeit werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie die VW-Werke in Deutschland genutzt werden können; unter anderem wird untersucht, ob sie an Rüstungsunternehmen verkauft oder auf ihrer Basis die Produktion chinesischer Autos aufgenommen werden soll, wie dpa berichtet.

Die Zeitung Münchner Merkur weist derweil darauf hin, dass die von der VW-Leitung geplanten Sparmaßnahmen erzwungen sind. Wettbewerber aus China produzieren günstiger, schneller und nähern sich VW zunehmend auf technologischem Niveau. Produktionsstandorte in Westeuropa mit hohen Lohnkosten und komplexen Entscheidungsstrukturen werden unter solchen Bedingungen zum Nachteil, der in den Zusammenbruch zu führen droht.

Ende Juni hatte das Wirtschaftsmagazin Manager Magazin unter Berufung auf Quellen im Konzern über die Möglichkeit berichtet, die Zahl der Beschäftigten der Gruppe weltweit bis auf 100.000 zu reduzieren.

Die Konzernleitung von Volkswagen berät zudem über eine Veränderung der Geschäftsstruktur. Dem Bericht zufolge könnten die wichtigste Marke Volkswagen sowie die Zulachtungssparte in eigenständige Unternehmen ausgegliedert werden. Der zuvor Verluste schreibende Autobauer hatte erklärt, dass er zur Kostensenkung bis 2030 etwa 50.000 Arbeitsplätze abbauen werde.

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