Ich dachte immer, solange die Margin ausreichend ist, ist die Liquidation nur eine Sache von „passiert sofort, sobald der Preis erreicht ist“. Erst nachdem ich es auf Newton praktisch ausprobiert hatte, merkte ich: Zwischen dem Auslösen der Liquidationslinie und der tatsächlichen Liquidation gibt es ein Zeitfenster – und dessen Länge hängt von der Größe deiner Position ab. #newt
In der Liquidations-Mechanik von Newton gibt es das Konzept einer Bearbeitungswarteschlange. Wenn deine Position die Liquidationslinie auslöst, wird sie nicht sofort „weggefressen“, sondern in eine Warteschlange für die weitere Bearbeitung eingeordnet. Das System verarbeitet die Positionen einzeln in der Reihenfolge der Liquidationspriorität – von hoher zu niedriger Priorität. Je größer die Position und je höher der Hebel, desto höher die Priorität, desto weiter vorne steht sie in der Warteschlange und desto schneller wird sie abgearbeitet. Umgekehrt können kleinere Positionen aufgrund ihrer niedrigeren Priorität später dran sein und so eher mehr Zeit gewinnen. $NEWT
Ich habe einen Vergleichstest gemacht: Ich habe gleichzeitig eine große Position mit 5000 U und eine kleine Position mit 200 U so ausgelöst, dass beide eine Liquidation auslösen. Von der großen Position, bis sie tatsächlich liquidiert wurde, dauerte es ungefähr 30 Sekunden. Die kleine Position musste in der Warteschlange hingegen fast 4 Minuten warten, bis sie verarbeitet wurde. Diese 4-minütige Differenz kann für kleine Privatanleger der Unterschied zwischen Leben und Tod sein – du kannst die Zeit nutzen, um zusätzliches Margin nachzulegen, oder du kannst aktiv einen Stop-Loss durch einen vorzeitigen Exit setzen.
Diese Erkenntnis hat mich veranlasst, mein Asset-Position-Management anzupassen. Ich setze jetzt für große und kleine Positionen unterschiedliche Stop-Loss-Linien: Bei der großen Position, weil die Liquidation schnell erfolgt, setze ich einen Stop-Loss-Wert, der großzügiger ist als die Liquidationslinie. Bevor das System eingreift, laufe ich zuerst selbst aus. Bei der kleinen Position kann ich die Toleranz etwas lockern, weil selbst wenn die Liquidationslinie ausgelöst wird, noch genug Zeit bleibt, um zu reagieren.$ETH
Allerdings habe ich auch ein Problem erkannt: In einem Markt mit extremen Schwankungen wird die Bearbeitungsgeschwindigkeit der Liquidations-Queue erhöht. Weil in kurzer Zeit viele Positionen gleichzeitig die Liquidationslinie auslösen, passt das System die Bearbeitungsfrequenz an, um damit umzugehen. In dieser Phase wird auch die Pufferzeit selbst für kleine Positionen komprimiert. Deshalb gilt in extremen Marktphasen: Egal wie groß die Position ist, man sollte nicht darauf vertrauen, dass eine Verzögerung bei der Liquidation als Rettung dient. Stop-Loss vorher festzulegen ist die sicherste Vorgehensweise.