US-Aktien auf neuen Höchstständen, BTC schwächer – aber das bedeutet nicht, dass sich die Fundamentaldaten verschlechtert haben: Es fließt Kapital in andere Segmente, nicht aus dem Kryptobereich heraus
Kürzlich erreichte der US-Aktienmarkt in Folge Rekordstände, doch Bitcoin hat sich in diesem Jahr im Vergleich eher schwach entwickelt – das wirkt wie eine „Entkopplung“.
Einige Marktteilnehmer interpretieren das jedoch so: Nicht die Kryptoindustrie wird schwächer, sondern das Kapital wird neu verteilt.
Hashdex ist der Ansicht, dass aktuell mehr Marktmittel in KI-Infrastruktur, IPOs und Zinsgeschäfte fließen – also in Hauptstränge, statt in digitale Assets selbst. Betrachtet man jedoch die zugrunde liegenden Daten, ist das Krypto-Netzwerk keineswegs schwach: Das Handelsvolumen von Stablecoins liegt bereits über dem Niveau des gesamten Vorjahres, die Größe im Bereich RWA (Tokenisierung realer Vermögenswerte) ist in diesem Jahr um mehr als 60 % gewachsen, und die Aktivität im On-Chain-Handel erreicht ebenfalls neue Höchststände.
Mit anderen Worten: Auf der Oberfläche laufen Kurs und On-Chain-Fundamentaldaten gerade „vorübergehend auseinander“.
Charles Schwab (嘉信理财) erklärt die Bitcoin-Entwicklung aus zyklischer Perspektive und meint, dass sich Bitcoin aktuell noch in der typischen Erholungsphase nach dem Halving befindet. Historisch betrachtet braucht Bitcoin häufig längere Zeit, um wieder über die Kosten der Miner zu steigen. Diese Kosten liegen aktuell ungefähr bei 950.000 US-Dollar; die durchschnittlichen Haltedurchschnittskosten des Marktes liegen bei rund 800.000 US-Dollar. Das bedeutet: Im Zuge des Aufwärtsverlaufs könnte weiterhin zusätzlicher Verkaufsdruck durch „Break-even“-Positionen entstehen.
Sie fügen außerdem hinzu, dass der Vierjahres-Zyklus rund um das Halving zwar keine starre Regel ist, aber den Marktverlauf langfristig dennoch beeinflusst. Je reifer der Markt wird, desto geringer könnten die Schwankungen in Zukunft ausfallen als in der Vergangenheit – die Logik des Zyklus dürfte jedoch nicht vollständig verschwinden.
Kurz gesagt: Das Kapital ist nicht aus dem Kryptobereich abgezogen, sondern rotiert nur zwischen verschiedenen Assets – und Bitcoin befindet sich weiterhin in der mittleren Phase der zyklischen Erholung.