Der Moskauer Autohandel kommt nur schwer mit der Nachfrage nach neuen Elektroautos aus China zurecht: Fahrer versuchen, die durch die Treibstoffkrise ausgelöste Lage zu umgehen, die zu Schlangen an Tankstellen und einem starken Preisanstieg auf weiten Teilen des russischen Territoriums geführt hat. Darüber berichtet Reuters.

Häufigere Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur in den letzten Wochen haben die Lieferungen von Benzin und Diesel eingeschränkt.

Große Entfernungen und ein begrenztes Netz an Ladestationen haben das Wachstum des Marktes für Elektroautos in Russland lange gebremst, doch Kraftstoffprobleme drängen einen Teil der Autobesitzer zum Wechsel auf den Elektroantrieb.

Das Unternehmen EN Cars, das auf chinesische Marken spezialisiert ist, verkauft derzeit zwei bis drei Elektroautos pro Tag, statt nur zwei bis drei pro Monat noch vor wenigen Wochen, berichtete Reuters der Gründer von EN Cars, Jewgeni Zabelin:

„Seitdem sich die Kraftstoffsituation verschärft hat, ist die Nachfrage um ein Vielfaches gestiegen.“

Der Absatz von Elektroautos und Hybridmodellen steigt zwar, bleibt aber niedrig: Hersteller und Importeure waren nicht auf die Krise vorbereitet und verfügen nicht über ausreichende Bestände, sagte der Geschäftsführer von «Autostat», Sergej Udalow. Seinen Angaben zufolge werden die Verkäufe deutlich zulegen, falls die Krise länger dauert, und der wichtigste Nutznießer werde China sein. Die meistverkauften Marken in Russland sind die chinesischen Geely, Dongfeng, GAC und Chery.

In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden etwa 24.600 neue Plug-in-Hybride verkauft (+125 % im Jahresvergleich) und 4.460 vollständig elektrische Fahrzeuge (+19 %). Im Juni beschleunigten sich die Verkäufe: In einer Woche wurden 1.754 neue Hybride registriert – fast ein Drittel mehr als in der Woche zuvor. Die Zahl der Ladestationen ist innerhalb eines Jahres bis Juli 2026 um 20 % gestiegen (Daten von 2GIS).

Im vergangenen Jahr entfielen auf Elektroautos und Hybride lediglich 4,3 % aller Autoverkäufe in Russland. Außerdem stellen die Russen ihre Fahrzeuge immer häufiger von Benzin und Diesel auf das günstigere Flüssiggas um: Laut den Angaben des Gasfahrzeugverbands, die «Iswestija» anführt, ist die Nutzung solcher Ausrüstung seit März/April des vergangenen Jahres um 35 % gestiegen.

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