Manchmal beim Fußball schauen, spürt man so etwas sehr Direktes, einen unmittelbaren Drang: Du weißt zwar ganz genau, dass eine Mannschaft auf dem Papier stärker ist, aber irgendwie fühlt es sich so an, als könnte sie doch nicht gewinnen.
Dieses Gefühl lässt sich nicht richtig erklären, aber alte Fußballfans verstehen es im Grunde alle.
Denn bei solchen Spielen ist Können nur die untere Grenze; den echten Unterschied macht am Ende: „Hat man den Mut?“
Hat man den Mut, wenn man unter Druck steht, stabil zu bleiben; hat man den Mut, wenn sich die Chance in genau dieser einen Sekunde bietet, sofort zuzuschlagen; hat man den Mut, wenn das Spiel nicht läuft, die Nerven nicht zu verlieren und sich nicht aus der Spur bringen zu lassen.
Viele Teams verlieren nicht, weil sie technisch unterlegen sind, sondern weil sie in genau diesem einen Moment zögern.
Ich schaue heute immer seltener nach dem Maßstab „stark oder nicht stark“, um es zu beurteilen.
Stattdessen achte ich mehr auf ein Wort: den Momentum.
Wenn der Momentum da ist, gibt es selbst nach einem Rückstand noch Raum für die Wende.
Wenn der Momentum sich verflüchtigt, kann selbst eine Führung noch gekehrt werden.
Das ist etwas sehr Mystisches, aber wenn du genug Spiele siehst, weißt du: Es existiert wirklich.
Der Markt ist genauso.
Alle reden im Alltag über Modelle, über Daten, über Wahrscheinlichkeiten.
Aber am Ende entscheidet oft diese eine Welle aus Emotionen.
Bei diesem Spiel heute Abend möchte ich mich keiner Seite anschließen, wer gewinnt.
Ich will nur sehen: — Wer zuerst den eigenen Rhythmus aus den Füßen verliert.
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