Mit dem Abschluss der Gruppenphase ist der mit Spannung erwartete Wettbewerb um den Einzug in die K.o.-Runde der WM 32 Mannschaften USA–Mexiko komplett in Gang gekommen. In den neuesten Begegnungen bleiben die Überraschungen nicht aus: Überraschungsereignisse häufen sich. Der große Favorit Deutschland trifft auf Paraguay. Da der zentrale Abwehrspieler Schlotterbeck verletzungsbedingt ausfällt und die Defensive neu organisiert werden muss, führt Paraguays wuchtige Außenbahn-Klinge Almirón das Team zum Durchbruch—und Deutschlands überraschendes Ausscheiden bleibt leider nicht aus. Die marokkanische Mannschaft hingegen stellt sich dank der gemeinsamen Leistung von Ashraf und Dias mit einem kompromisslosen Abwehr-und-Konterspiel dem alten Top-Team Niederlande und hält sie vor dem Achtelfinale ab. In den kommenden Partien stehen alle Teams vor Prüfungen, bei denen man keine Fehler machen darf.
1. Côte d’Ivoire gegen Norwegen
Spielzeit (UTC+8): 1. Juli (Mittwoch) 01:00
Die Elfenbeinküste erreicht historisch erstmals das Achtelfinale mit 32 Mannschaften. Unter Cheftrainer Emerse Faé legt diese Mannschaft großen Wert auf diszipliniertes Verteidigen. In der Abwehr stützen sich die Leistungen vor allem auf die robuste Körperlichkeit von Osman Diomande und Odilon Kossounou. Im Angriff liegt die Last dagegen bei Nicolas Pépé, der im letzten Gruppenspiel stark aufspielte, sowie beim Mittelfeldkern Kessié.
Bei Norwegen rotiert Cheftrainer Ståle Solbakken im Gruppenspiel gegen Frankreich bewusst die Startelf, um die Belastung der Leistungsträger zu steuern. Der zentrale Stürmer Haaland befindet sich derzeit in Topform. Die spielmachende Offensivkraft Ødegaard wird ihm weiterhin „Schussvorlagen“ zuspielen. Auch der Abwehrchef Julian Ryerson, der zuvor wegen einer Muskelverletzung Probleme hatte, ist wieder genesen – das entschärft die Lage in der Defensive deutlich.
Die Elfenbeinküste setzt auf eine tiefe Defensive im Mittel- und Hinterfeld. Die Doppellinie aus Kessié und Sangaré soll versuchen, den Kontakt zwischen Ødegaard und dem Offensivbereich zu kappen. Norwegen hingegen stützt sich im Strafraum auf die Ankerrolle von Haaland und schafft Raum für ihn durch vertikale Durchbrüche über die Außenbahn mit Nusa.
Spielvorschau: In der regulären Spielzeit 1:1 und danach ein freundschaftliches Abklatschen, oder Norwegen 2:1 knapp vorn.
2. Frankreich gegen Schweden
Spielzeit (UTC+8): 1. Juli (Mittwoch) 05:00
Frankreich ist mit einer makellosen Bilanz in der Gruppenphase weitergekommen – bei 10 Toren. Nach der Erledigung privater Angelegenheiten ist Cheftrainer Deschamps inzwischen zum Team zurückgekehrt. Personell: Der Stürmer Marcus Thuram fällt mit einer Muskelzerrung zunächst aus und ist „abwesend“. Der Abwehrkern Saliba musste zwar Rücken „nachjustieren“, wird aber voraussichtlich trotzdem von Beginn an spielen. Mittelfeldstratege N’Golo Kanté wartet derweil auf der Bank.
Schweden spielt unter Graham Potter zwar recht offensiv, doch in dieser Partie muss Abwehr-Hauptstütze Isak Hien leider wegen einer Verletzung der hinteren Oberschenkelmuskulatur aussetzen. Auf der Torhüterposition spricht vieles dafür, dass der junge Jacob Zetesters traut anstelle des erfahrenen Nordfeld in der Startelf stehen wird – dank seines stabilen Auftritts im Gruppenspiel gegen Japan.
Frankreich wird die Breite der Schwedischen Defensive über persönliche Durchbrüche von Ousmane Dembélé auf der rechten Seite aufreißen und so im Zentrum Raum für Kylian Mbappé und Michael Olise schaffen. Schweden hingegen setzt auf die Angriffsstärke eines Doppelsturm-Systems mit Isak und Joakim Krogh/Jörkres? – und spielt vor allem auf Konter: Mit viel Körperlichkeit wollen sie die von Saliba angeführte französische Abwehr in Schach halten.
Spielvorschau: Frankreich setzt sich mit 2:0 durch oder entscheidet mit 3:1.
3. Mexiko gegen Ecuador
Spielzeit (UTC+8): 1. Juli (Mittwoch) 09:00
Mexiko als einer der beiden Gastgeber gewinnt als Gruppenerster, nachdem es in der Gruppenphase alle Gegner im eigenen Stil ohne Gegentor besiegt hat. Cheftrainer Javier Aguirre kann in diesem Spiel auf einen komplett gesunden Kader zurückgreifen: Stürmer-Altstar Raúl Jiménez wird weiterhin die Spitze anführen, während Santiago Jiménez auf der Bank bereitsteht. Auch der junge Nachwuchsspieler Gilberto Mora zählt zu den Optionen für die nächste Variante.
Ecuador ist nach dem 2:1 gegen Deutschland voll im Auftrieb. Der zentrale Mittelfeldspieler Caicedo ist in Topform, und auch der erfahrene Stürmer Enner Valencia wird weiter nach vorne drängen. Auf der Außenbahn ist Gonzalo Plata ein wichtiger Explosionspunkt für die Gegenangriffe.
Mexiko wird den Heimvorteil im Aztekenstadion nutzen und früh mit hohem Pressing attackieren. Ziel ist es, über das Mittelfeld das Tempo der Spielkontrolle durch Lewis Romo zu bestimmen. Ecuador hingegen setzt auf Defensive und startet von dort aus Gegenangriffe: Mithilfe der Abfangbarriere von Caicedo werden die Aktionen direkt eingeleitet, und mit der Geschwindigkeit von Plata soll die mexikanische Abwehr aus dem Hinterhalt unter Druck gesetzt werden.
Spielvorschau: In der regulären Spielzeit 0:0, anschließend geht es in die Verlängerung, oder Mexiko 1:0 ganz knapp.