In Frankreich ist der erste in der Geschichte des Landes bestätigte Fall einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus registriert worden. Die gefährliche Infektionskrankheit wurde bei einem Arzt festgestellt, der vor Kurzem aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt ist. Dort nahm er an einer humanitären medizinischen Mission in der von dem Ebola-Ausbruch betroffenen Region teil, der seit Mitte Mai andauert.
Das französische Gesundheitsministerium teilte mit, dass der Patient noch vor der abschließenden labortechnischen Bestätigung der Diagnose unverzüglich in einer spezialisierten Infektionsstation isoliert wurde. Die Behörde betonte, dass alle notwendigen Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung der Infektion im Voraus getroffen worden seien.
Nach Angaben der französischen Behörden handelt es sich um den ersten nachgewiesenen Fall von Ebola im Land. Zuvor wurden 2014 Patienten in Frankreich behandelt, die mit dem Virus infiziert waren; ihre Diagnose wurde jedoch bereits in Afrika bestätigt, noch bevor sie transportiert wurden. Einzelne vergleichbare Fälle der Behandlung Erkrankter außerhalb Afrikas wurden auch in anderen Ländern beobachtet: So wurde beispielsweise im Mai in Deutschland ein amerikanischer Arzt behandelt, der sich in der DR Kongo infiziert hatte und der nach seiner Genesung wieder entlassen wurde.
Die französischen Gesundheitsbehörden haben mit aktiven epidemiologischen Ermittlungen begonnen und den Kontaktkreis der erkrankten Person ermittelt. Die Behörden betonen, dass das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung als gering eingeschätzt wird – dank der rechtzeitigen Isolierung und der begrenzten Übertragung der Infektion.
Ebola zählt zu den schweren viralen hämorrhagischen Fiebern mit hoher Sterblichkeit. Sie wird jedoch nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person übertragen – also mit Blut, Schweiß oder anderen Ausscheidungen. Das schränkt ihre Verbreitung im Vergleich zu luftgetragenen Infektionen erheblich ein.
Inzwischen bleibt die Lage in der Demokratischen Republik Kongo selbst angespannt. Nach Angaben internationaler Organisationen hat die Zahl der bestätigten Infektionen bereits die Tausend überschritten, wodurch der aktuelle Ausbruch zu den größten der letzten Jahre zählt. Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass in den ersten Wochen Hunderte von Todesfällen registriert wurden und sich die Virusausbreitung durch die instabile Lage in mehreren Regionen verschärft, darunter auch Gebiete, die von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden.
In diesen Gebieten herrscht ein akuter Mangel an medizinischem Personal, an Schutzmitteln und an Voraussetzungen für die Isolierung von Patientinnen und Patienten, was die Eindämmung der Epidemie erheblich erschwert. Zusätzlich besorgniserregend ist die Ausbreitung der Infektion in benachbarte Länder: In Uganda wurden bereits Dutzende von Ansteckungsfällen und mehrere Todesfälle registriert.
Die Fachleute verfolgen weiterhin die Entwicklung der Lage und betonen, wie wichtig es ist, die internationale Koordinierung zu verstärken, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
