Laut Wallstreetcn hat JPMorgan Chase erneut sein Kospi-Index-Ziel kräftig angehoben und das Basisziel von 10.000 auf 12.500 erhöht, während das Bull-Case-Ziel bei 15.000 liegt – die dritte Erhöhung in zwei Monaten und die zweite innerhalb eines Monats. Die Bank stuft Korea weiterhin als ihren Top-asiatischen Aktienmarkt ein und rät Investoren, bei Rücksetzern mehr Engagement einzugehen. Der Upgrade-Pfad war aggressiv: JPMorgan begann im späten April mit einer Basisprognose von 7.000 und einem Bull-Case von 8.500, erhöhte es im Mai auf 9.000/10.000 und steht jetzt bei 12.500/15.000 mit einem Bear-Case von 8.000.
Die Kernthese beruht darauf, dass die Gewinne der koreanischen Herstellern von Speicherchips ein Ausmaß erreicht haben, das stark genug ist, um die Einnahmen aus der Unternehmensbesteuerung, das Haushaltsvermögen und die staatlichen Steuereinnahmen zu beeinflussen — wodurch Korea zu einem der direktesten Nutznießer des globalen KI-Zyklus an den Aktienmärkten zählt. JPMorgan hält an seiner Prognose für einen „höher für länger“-Speicherzyklus fest: Speichchips machen etwa 50% der Gewichtung im Kospi aus und trugen zuvor in diesem Jahr rund 70% zu dessen Kursgewinnen bei.
Goldman Sachs hat kürzlich sein Kospi-Kursziel auf 12.000 angehoben und Morgan Stanley auf 10.500. Trotz der positiven Fundamentaldaten hat JPMorgan auf strukturelle Belastungen hingewiesen: Ausländische Investoren haben seit Jahresbeginn etwa 95 Milliarden US-Dollar in koreanische Aktien verkauft — davon sind über 90% auf die beiden größten Speicherchip-Werte konzentriert — während Investoren aus Schwellenländern aufgrund von Mandatsgrenzen gezwungen sind, bei Kursanstiegen Bestände zu reduzieren. Mit lokalen Aktien verknüpfte koreanische gehebelte ETFs sind auf etwa 50 Milliarden US-Dollar angewachsen und verstärken Kursausschläge über Terminmärkte, Optionen und Aktivitäten am Kassamarkt. Inländische Privatanleger haben in diesem Jahr rund 80 Milliarden US-Dollar in lokalen Aktien absorbiert und damit Auslandsabflüsse teilweise ausgeglichen, da Einwohner Gelder aus ausländischen Aktien zurückführen und eingeschränkte Investitionsmöglichkeiten in Immobilien die relative Attraktivität von Aktien erhöhen.
