Abgeordnetenhaus plant Anhörung zum Krypto-CLARITY-Gesetz

Der Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses für Financial Services bringt seine Krypto-Agenda auf die Straße und hat offiziell eine Feldanhörung in New York City für den 17. Juli angesetzt. Die Anhörung mit dem Titel „Building the Future of Finance: How the CLARITY Act Unlocks Innovation“ soll das wirtschaftliche Potenzial der umfassenden Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten hervorheben.


Was ist das CLARITY-Gesetz?

Der Digital Asset Market Clarity Act von 2025 (H.R. 3633) gilt weithin als der bedeutendste Versuch der US-Regierung, klare Regeln für die Kryptowährungsbranche zu schaffen. Er soll das Zeitalter der „regulation-by-enforcement“ beenden, indem die Zuständigkeit gesetzlich definiert wird.

  • Die Aufteilung der Aufseher: Der Gesetzentwurf zieht eine klare Trennlinie zwischen den Regulierungsbehörden. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erhält die ausschließliche Zuständigkeit für digitale Rohstoffe und deren Kassamärkte (wie Bitcoin). Die Securities and Exchange Commission (SEC) behält die Autorität über digitale Vermögenswerte, die als „investment contract assets“ klassifiziert sind.

  • Schutz für Open Source: Ein großer Erfolg für den Technologiesektor: Das Gesetz beinhaltet Schutzmaßnahmen für Entwickler im Bereich dezentrale Finanzen (DeFi). Es sieht ausdrücklich vor, dass Personen, die lediglich Open-Source-Code schreiben oder Transaktionen validieren – ohne die Kontrolle über Kundengelder zu übernehmen – nicht als Finanzintermediäre reguliert werden sollen.

Die aktuelle Pattsituation im Kongress

Das Gesetz hat enormen Schwung erlebt, ist aber kürzlich an eine gesetzgeberische Hürde gestoßen. Der Gesetzentwurf wurde im Juli 2025 mit einer weitreichenden parteiübergreifenden Abstimmung von 294 zu 134 vom Repräsentantenhaus verabschiedet und anschließend im Mai 2026 den Ausschuss für Bankwesen des Senats passiert. Eine vollständige Abstimmung im Senat bleibt jedoch blockiert.

  • Die Befürworter: Unterstützer, darunter Senatorin Cynthia Lummis und führende Branchen-CEOs, argumentieren, das Gesetz sei dringend erforderlich, um regulatorische Rechtssicherheit zu schaffen, Investoren zu schützen und die besten Krypto-Ingenieurtalente davon abzuhalten, die Vereinigten Staaten zu verlassen.

  • Die Kritiker: Umgekehrt schlagen Alarm die Strafverfolgungsbehörden und Institute für die Finanzpolitik. Sie warnen, das Gesetz lasse gefährliche Lücken in der Aufsicht zu Geldwäschebekämpfung (Anti-Money Laundering, AML) und zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus (Countering the Financing of Terrorism, CFT) entstehen, insbesondere in Bezug auf dezentrale Börsen und nicht gehostete Wallets.

  • Die Verzögerung: Diese Sicherheitsbedenken, kombiniert mit noch nicht abgeschlossenen Gesprächen zur parteiübergreifenden Ethik, haben die Dynamik des Gesetzes im Senat derzeit ausgebremst.

Während sich die Gesetzgeber auf die Anhörung am 17. Juli in New York vorbereiten, wird die Krypto-Industrie genau darauf achten, ob das Repräsentantenhaus den letzten nötigen Schub neu entfachen kann, um den CLARITY Act in bindendes Recht zu überführen.