Das Repräsentantenhaus hat offiziell einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die US-Notenbank Fed daran hindert, vor 2030 eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) zu schaffen. Im gleichen Zeitfenster wird erwartet, dass der Senat frühestens im Herbst 2026 ein Gesetz zur Besteuerung von Kryptowährungen auf den Weg bringt. Zwei Maßnahmen übereinandergelegt ergeben ein sehr klares Signal: Washington zieht systematisch die „legitimen Aufenthaltsgrenzen“ für Krypto-Assets – es ist keine Umarmung, sondern eine Abgrenzung.

Was bedeutet das Verbot von CBDCs? Die Fed wird kurzfristig kein direkter Konkurrent für Stablecoins werden. Das eröffnet für private Stablecoins wie USDT, USDC usw. ein Zeitfenster mit hoher Gewissheit. Und die weitere Ausgestaltung der Steuerregulierung zeigt, dass die Aufsichtsbehörden Kryptowährungen inzwischen standardmäßig als eine Asset-Klasse betrachten, die „besteuert“ werden muss und nicht „verboten“. Die Voraussetzung für Besteuerung ist die Anerkennung, dass es sie gibt.

Aus der Kapital-Story-Perspektive: Arthur Hayes hat kürzlich öffentlich erklärt, dass die Regierung beim Platzen der KI-Blase Milliarden (im Ausmaß von Billionen) an Geld drucken werde, um Banken zu retten. Dieses Kapital werde „direkt in den Krypto-Markt fließen“ – und er nannte auch ein Zielpreisniveau für BTC im Millionen-Bereich. Ob diese Einschätzung zutreffend ist, steht auf einem anderen Blatt; aber die Logikkette, auf die er verweist – Blasenbildung bei traditionellen Finanz-Assets → Notenpresse zur Rettung des Marktes → Bedarf an Inflationsabsicherung – wurde sowohl 2020 als auch 2023 bereits bestätigt.

Richtungseinschätzung: Kurzfristig werden diese politischen Maßnahmen die Kurse nicht unmittelbar nach oben ziehen, aber sie bauen ein institutionelles Fundament für einen mittelfristig bullischen Ausblick. In der aktuellen Phase lohnt es sich, zwei Dinge zu beobachten: Erstens die konkreten Steuersätze und den Anwendungsbereich des Steuerrechts im Herbst (zu hohe Kapitalertragsteuern wären eher ein Negativfaktor); zweitens, ob sich der Marktanteil von Stablecoins während der eingefrorenen CBDC-Phase weiter ausdehnen kann. Solange diese beiden Variablen nicht eindeutig sind, ist „Halten statt Hinterherjagen“ angebrachter.

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