#opg $OPG
Vor ein paar Tagen habe ich auf einer Secondhand-Plattform auf einen ziemlich interessanten Account gestoßen. Der Verkäufer verkauft kein Handy, keinen Computer. Sondern einen Spiele-Account. Der Preis ist sogar höher als für ein neues Smartphone. Der Grund ist ganz einfach: Die Ausrüstung im Account kann man kaufen. Das Level kann man kaufen. Aber der eigentliche Wert steckt in den Dutzenden Monaten angesammelter Spielzeit für die Figur.

Der Markt beobachtet gerade die KI-Fähigkeiten von @OpenGradient . Aber ich glaube, viele sehen das falsch. Die meisten denken, der größte Wert von OpenGradient liegt in Modell, Rechenleistung und Inferenz. Ich glaube nicht unbedingt. Was mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristigen Wert schafft, ist eher die digitale Persönlichkeit.

Warum? Weil das Modell immer günstiger wird. Es gibt immer mehr Open-Source-Modelle. Die Inferenzkosten sinken weiter. Das führende Modell von heute könnte in einem halben Jahr von anderen eingeholt werden. Aber eine Persönlichkeit nicht.

Im OpenGradient-Ökosystem trainiert Twin.fun im Grunde digitale Double/Abbilder. Es lernt deinen Ausdrucksstil, zeichnet deine Wissensstruktur auf und imitiert deine Entscheidungslogik. Viele verstehen das als einen fortgeschrittenen Chatbot. Aber ich finde, dieses Verständnis ist zu oberflächlich.

Denn wenn in der Zukunft alle Modelle Fragen beantworten können, dann ist nicht das Modell das wirklich Seltene. Sondern die Frage, wer sie beantwortet. An dieser Stelle entsteht ein ziemlich interessantes Paradox. Die KI-Branche betont seit Langem die Modellfähigkeiten. Aber am Ende verlassen sich Nutzer womöglich nicht auf das Modell, sondern auf langfristig angesammeltes Gedächtnis und eine Persönlichkeit. Anders gesagt: Das wertvollste Asset der Zukunft ist vielleicht nicht die Anzahl der Parameter, sondern die Identität.

Da stellt sich die Frage: Wenn ein digitales Abbild nach ein paar Jahren Training bereits eigenständig Beratung, Recherche oder sogar Business-Services anbieten kann – wem gehört dann der dadurch entstehende Wert? Dem Nutzer? Der Plattform? Oder dem digitalen Abbild selbst? Der Markt bewertet aktuell KI-Projekte größtenteils noch nach traditionellen Logiken wie Modell, Rechenleistung und Traffic. Aber wenn Persönlichkeits-Assets zur Kernressource werden, könnten die Bewertungsrahmen vieler heute bereits von Anfang an falsch liegen.

Was mich wirklich interessiert, ist also: Wird im KI-Zeitalter die teuerste Ware der Zukunft vielleicht nicht das Modell sein, sondern du selbst?

#OPG $OPG