Der Aktienmarkt Südkoreas erlebt einen beispiellosen Anstieg des gehebelten Handels, was bei Investoren und Analysten Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Rallye aufwirft.
Die gesamte Marktkapitalisierung der an der Korea Exchange gelisteten ETFs ist auf einen Rekord von 514,4 Billionen Won (339 Milliarden Dollar) gestiegen und hat seit Jahresbeginn um mehr als 70% zugelegt. Vieles von diesem Wachstum wurde durch gehebelte Produkte, die mit den Halbleiterriesen Samsung und SK Hynix verbunden sind, angeheizt.
Ein besonders auffälliges Beispiel ist der CSOP SK Hynix Leveraged ETF, der Berichten zufolge bis Ende Mai fast 10 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögenswerten angehäuft hat und damit der größte gehebelte ETF für Einzelaktien der Welt ist. Gleichzeitig ist die Margin-Schuld des Kospi-Index auf etwa 27,8 Billionen Won (18,3 Milliarden Dollar) gestiegen, was einem Anstieg von mehr als 60% seit Jahresbeginn entspricht.
Die Begeisterung ist verständlich. Samsung und SK Hynix gehören zu den stärksten Performern auf den globalen Aktienmärkten und profitieren von der boomenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur, Speicherchips und dem Ausbau von Rechenzentren. Ihre Aktien sind in diesem Jahr durch die Decke gegangen und haben beide Unternehmen in den exklusiven Trillion-Dollar-Marktwert-Club katapultiert.
Die wachsende Konzentration von Kapital in nur einer Handvoll Aktien schafft jedoch ein erhebliches Risiko. Samsung und SK Hynix machen nun fast die Hälfte des Kospi-Index aus, was bedeutet, dass die Performance des breiteren Marktes zunehmend von den Geschicken nur zweier Unternehmen abhängt.
Diese Konzentration wird noch gefährlicher, wenn sie mit Leverage kombiniert wird. Gehebelte ETFs und Margin-Positionen verstärken die Gewinne während der Aufwärtsbewegungen, können aber auch die Verluste während Rückgängen beschleunigen. Wenn entweder Samsung oder SK Hynix eine scharfe Korrektur erfährt, könnten erzwungene Liquidationen durch gehebelte Positionen kaskadieren und einen sich selbst verstärkenden Selloff erzeugen, der den gesamten Markt beeinflusst.
Die Geschichte hat gezeigt, dass Märkte, die durch Leverage getrieben werden, oft unaufhaltsam erscheinen, bis sich das Sentiment ändert. Während die Halbleiterchampions aus Südkorea weiterhin von starken Fundamentaldaten profitieren, deutet die rasante Expansion der gehebelten Exposition darauf hin, dass Spekulation eine große Kraft hinter den letzten Gewinnen wird.
Für den Moment bleibt der bullische Momentun intakt. Aber wenn Leverage, Konzentration und Anlegeroptimismus gleichzeitig extreme Niveaus erreichen, kann selbst ein kleiner Funke eine viel größere Marktreaktion auslösen.
Die Frage, die sich die Anleger stellen sollten, ist nicht, ob Leverage die Preise nach oben treiben kann – das kann es eindeutig. Die eigentliche Frage ist, was passiert, wenn der Trade in die entgegengesetzte Richtung läuft.

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