David Schwartz, der ehemalige CTO von Ripple und jetzt CTO Emeritus, hat kürzlich Fragen zur eventualen Erschöpfung der Treuhandbestände von Ripple #XRP angesprochen.
Aktuell kontrolliert Ripple ungefähr 32,9 Milliarden XRP in Treuhandkonten, laut On-Chain-Daten von XRPScan. Mit dem bestehenden Arrangement schaltet das System jeden Monat 1 Milliarde XRP frei.
Ripple nutzt jedoch typischerweise nicht den gesamten Betrag. Stattdessen legt es in der Regel zwischen 700 Millionen und 800 Millionen XRP zurück in Treuhand und behält nur etwa 200 Millionen bis 300 Millionen XRP zur Nutzung.
Auf Grundlage dieses Musters könnte der Escrow-Bestand theoretisch noch weitere 9,8 Jahre reichen, bevor er erschöpft ist. Wenn Ripple denselben Ansatz beibehielte, ohne Änderungen vorzunehmen, könnte die Escrow-Zulieferung irgendwann zwischen 2035 und 2036 aufgebraucht sein.
XRP-escrow-Freigabe im Vergleich zum Bitcoin-Mining
Allerdings könnten künftige Anpassungen an Ripples Strategie diese Zeitleiste verändern. Inmitten dieser Ungewissheit suchte Kobe, ein XRP-Community-Mitglied, eine Klarstellung von Schwartz.
Das Community-Mitglied bemerkte, dass das Escrow von Ripple, das irgendwann bei null ankommt, dem Moment ähneln könnte, in dem Bitcoin-Miner das letzte BTC erzeugen. Kobe schlug vor, dass beide Situationen das Ende eines langwierigen Verteilungsprozesses betreffen.
Er bemerkte außerdem, dass Rippels Escrow diesen Punkt viel früher erreichen könnte als der Bitcoin-Mining-Zeitplan. Auf Basis seiner Berechnungen fragte er, ob der Escrow von Ripple sich tatsächlich ungefähr um das Jahr 2035 herum erschöpfen könnte.
David Schwartz erklärt, warum die Zeitleiste weiterhin ungewiss bleibt
Zur Antwort erklärte Schwartz, dass es schwierig sei, genau vorherzusagen, wann der Escrow von Ripple aufgebraucht sein könnte. Er sagte, jede Schätzung hänge von Annahmen darüber ab, wie viel XRP Ripple voraussichtlich nutzen will und wie viel von jeder monatlichen Freigabe das Unternehmen zurück in zukünftige Escrow-Konten einlegt.

Der ehemalige Ripple-CTO wies darauf hin, dass sich diese Faktoren im Laufe der Zeit ändern können, sodass niemand das exakte Datum verlässlich bestimmen kann. Insbesondere könnten die geschäftlichen Anforderungen von Ripple, die Marktbedingungen und die XRP-Nutzung alle beeinflussen, wie schnell der Escrow-Bestand abnimmt.
Er wies außerdem darauf hin, dass Bitcoin unter einem anderen Modell funktioniert. Die Bitcoin-Mining-Rewards sinken mit der Zeit schrittweise, statt plötzlich zu enden. Dadurch verschwinden die Rewards zwar nicht vollständig für viele Jahre, sie könnten jedoch aus wirtschaftlicher Sicht schon viel früher an Bedeutung verlieren.
Größte Unterschiede zwischen Bitcoin und XRP
Schwartz erklärte anschließend, dass Bitcoin und XRP bei ihren Token-Verteilungssystemen vor unterschiedlichen Problemen stehen. Bei Bitcoin tragen Block Rewards dazu bei, Miner zur Sicherung des Netzwerks zu ermutigen, wenn Transaktionsgebühren allein nicht ausreichen.
Er stellte fest, dass eine höhere Beteiligung am Mining im Allgemeinen zu einer sichereren Blockchain führt. Wenn die Block Rewards zu klein werden, könnten einige Miner entscheiden, dass Mining sich nicht mehr lohnt im Hinblick auf die damit verbundenen Energiekosten. Sie könnten abwarten, bis die Aktivität bei Transaktionen zunimmt und die Gebühren so weit steigen, dass Mining wieder profitabel wird.
Laut Schwartz könnte diese Situation zu Phasen ungleichmäßiger oder „sprunghafter“ Mining-Aktivität führen. Er fügte hinzu, dass Bitcoin irgendwann Änderungen übernehmen könnte, um eine solche Entwicklung zu adressieren. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Transaktionsgebühren so weit steigen könnten, dass Miner auch dann weiter unterstützt werden, wenn die Block Rewards zurückgehen.
Bei XRP ist die Situation anders, weil die Escrow-Freigaben von Ripple dem Unternehmen XRP bereitstellen, das es verwenden kann. Schwartz sagte, dass diese monatlichen Freischaltungen Ripple Zugang zu Tokens geben, die seine Aktivitäten unterstützen.
Obwohl Ripple auch ohne Freigaben aus dem Escrow-System viele XRP-bezogene Initiativen weiterführen könnte, glaubt er, dass sich einiges wahrscheinlich ändern würde, sobald das Escrow-System irgendwann zu Ende geht.
Ripple wäre weiterhin in der Lage, im XRP-Ökosystem eine Rolle zu spielen, aber seine Abläufe könnten sich nach der Zeit verändern, in der es kein XRP mehr durch monatliche Escrow-Freischaltungen erhält.

