Trotz erheblicher Fortschritte bei der finanziellen Inklusion in den letzten zehn Jahren haben 1,3 Milliarden Erwachsene weltweit laut dem Global Findex 2025 Bericht der Weltbank immer noch keinen Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen. Für viele dieser Personen bleibt das traditionelle Banking aufgrund hoher Kosten, begrenzter Infrastruktur oder geografischer Barrieren unerreichbar.
Gleichzeitig schafft die mobile Technologie neue Chancen. Die Weltbank schätzt, dass 900 Millionen unbanked Erwachsene ein Mobiltelefon besitzen, darunter 530 Millionen mit einem Smartphone. Diese wachsende digitale Vernetzung ermöglicht den Zugang zu finanziellen Werkzeugen, die außerhalb traditioneller Banknetzwerke operieren.
Laut Binance Research werden Stablecoins zunehmend Teil dieser Lösung. Der neueste Bericht des Unternehmens hat ergeben, dass inzwischen 77% der Binance-Nutzer aus Schwellenmärkten stammen – im Vergleich zu 49% im Jahr 2020. Das verdeutlicht eine wachsende Nachfrage nach digitalen Finanzdienstleistungen in Regionen, in denen der Zugang zu Bankprodukten weiterhin begrenzt ist.
Stablecoins als Finanzinstrument
Auch wenn Krypto oft mit Handel und Spekulation in Verbindung gebracht wird, werden Stablecoins zunehmend für praktische Zwecke im Finanzwesen eingesetzt.
Für Nutzer in Schwellenmärkten können Stablecoins eine Möglichkeit bieten, Werte zu speichern, Geld international zu senden und digitale Finanzdienstleistungen über ein Smartphone zu nutzen. Binance Research stellte fest, dass Überweisungen in Hochleistungs-Blockchain-Netzwerken schon bei Kosten von bis zu 0,0001 $ liegen können und nahezu in Echtzeit abgewickelt werden. Das bietet eine günstigere Alternative zu herkömmlichen Systemen für grenzüberschreitende Zahlungen.
Dies ist besonders relevant für Überweisungen. Viele Familien in Entwicklungsländern sind auf kleine internationale Transfers angewiesen, bei denen Transaktionsgebühren einen erheblichen Teil der gesendeten Gelder aufzehren können.
Schwellenmärkte treiben die Akzeptanz an
Der Bericht legt nahe, dass die Einführung von Krypto in Schwellenmärkten zunehmend mit dem Zugang zu Finanzdienstleistungen zusammenhängt – und nicht nur mit der Investitionstätigkeit.
Binance fand, dass 83% der Nutzer, die auf der Plattform mit zwei oder mehr Produkten interagieren, in Schwellenmärkten ansässig sind. Zu diesen Produkten gehören Dienstleistungen rund um Zahlungen, Ersparnisse und Investitionen, was auf eine breitere Nutzung über den Handel hinaus hindeutet.
Die Akzeptanz von Stablecoins ist in diesen Regionen ebenfalls deutlich höher. Laut dem Bericht halten 36% der Nutzer aus Schwellenmärkten mit Guthaben von mindestens 10 $ mindestens die Hälfte ihres Portfolios in Stablecoins, im Vergleich zu 28% weltweit. Binance beschreibt diesen Trend als konsistent mit einer sparorientierten Verhaltensweise.
Eine wachsende Rolle bei der finanziellen Inklusion
Die Weltbank berichtet, dass inzwischen fast 80% der Erwachsenen weltweit ein Finanzkonto haben – gegenüber 50% im Jahr 2011. Dennoch fehlt Milliarden Menschen weiterhin der Zugang zu Krediten, erschwinglichen grenzüberschreitenden Zahlungen und zinstragenden Sparprodukten.
Da die Smartphone-Nutzung weiter zunimmt, werden Stablecoins und digitale Asset-Plattformen zunehmend als ergänzende finanzielle Infrastruktur betrachtet. Für Millionen von Nutzern in Schwellenmärkten ermöglichen sie den Zugang zu Dienstleistungen, die über traditionelle Kanäle bislang historisch schwierig oder teuer zu erhalten waren.
Auch wenn regulatorische und finanzielle Stabilitätsaspekte weiterhin wichtig sind, deuten die Daten darauf hin, dass Stablecoins mehr sind als nur ein digitales Asset. Für viele Nutzer entwickeln sie sich zu einem Zugangstor zum globalen Finanzsystem und in manchen Fällen zur nächstbesten Alternative zu einem Bankkonto, das sie jemals hatten.

