
Der US-Verteidigungsminister Pete Hegset hat die Washingtoner Verbündeten in Asien gelobt und gleichzeitig die europäischen Partner gewarnt, mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen, berichtet Bloomberg am Freitag.
Bei dem Sicherheitsforum ‚Shangri-La Dialog‘ in Singapur erklärte Hegset, dass die Trump-Administration den Fokus auf die Zusammenarbeit mit den Verbündeten legen wird, die bereit sind, in ihr eigenes Verteidigungspotenzial zu investieren.
„An diejenigen, die denken, sie können weiterhin kostenlos von der Großzügigkeit der amerikanischen Steuerzahler profitieren – hört uns gut zu: Diese Zeiten sind vorbei“, sagte Hegset.
Hegset hob besonders die Länder der Asien-Pazifik-Region hervor, insbesondere Südkorea, als Beispiele für Verbündete, die ihr militärisches Potenzial ausbauen und einen größeren Beitrag zur regionalen Sicherheit leisten.
Diese Aussagen fielen vor dem Hintergrund des anhaltenden Drucks der Trump-Administration auf die Verbündeten, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und eine größere Verantwortung für die regionale Sicherheit zu übernehmen.
Bloomberg stellte fest, dass dieser Druck die Diskussionen in Europa über den Ausbau des Verteidigungspotenzials bei weniger Abhängigkeit von den USA beschleunigt hat.
Hegset sprach auch die US-chinesischen Beziehungen an, vermied jedoch eine direkte Erwähnung Taiwans in seiner Rede. Laut Bloomberg ist dies das erste Mal seit einem Jahrzehnt, dass der Pentagon-Chef Taiwan in seiner Rede beim jährlichen Forum in Singapur nicht erwähnt hat.
Taiwan bleibt eines der sensibelsten Themen in den Beziehungen zwischen Washington und Peking. Präsident Donald Trump hat bisher das vorgeschlagene Militärhilfe-Paket in Höhe von 14 Milliarden Dollar für die Insel nach Gesprächen mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, die Anfang dieses Monats stattfanden, nicht genehmigt.
Auf die Frage zu diesem Paket sagte Hegset während der Q&A-Session, dass jede Entscheidung über zukünftige Waffenlieferungen an Taiwan von Trump getroffen werden wird.
Der Verteidigungsminister kommentierte auch die Situation rund um den Iran und erklärte, dass die USA bereit sind, weitere militärische Maßnahmen zu ergreifen, wenn Verhandlungen nicht verhindern können, dass Teheran atomare Waffen erlangt.
„Unsere Bestände sind mehr als ausreichend dafür“, sagte Hegset und fügte hinzu, dass die amerikanischen Streitkräfte gut vorbereitet sind, um auf Bedrohungen in verschiedenen Regionen der Welt zu reagieren.
Bloomberg berichtet, dass die jüngsten militärischen Operationen von Trump im Nahen Osten und in der Karibik sowie der anhaltende Druck auf die Verbündeten, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, das Augenmerk auf die militärischen Verpflichtungen der USA weltweit verstärkt haben.
Investoren beobachten genau die Trends bei den Verteidigungsausgaben der US-Verbündeten, die die Nachfrage nach Militärtechnik und Verteidigungssystemen in Europa und der Asien-Pazifik-Region unterstützen könnten.