Der Trend zu Verboten nimmt Fahrt auf. Spanien ist das dritte Land innerhalb weniger Wochen, das Krypto-Plattformen für Wettmärkte ins Visier genommen hat. Zuvor haben Indien und Indonesien den Staffelstab übernommen, und jetzt hat sich Madrid mit dem Verbot von Polymarket und Kalshi angeschlossen.
Lass uns klären, was das für ein Biest ist – die Prognosemärkte (prediction markets).
Die Mechanik ist raffiniert: Statt eines klassischen Buchmachers kaufst oder verkaufst du virtuelle Aktien-Token eines Ereignisses. Angenommen, auf die Frage „Wird dieser Schauspieler einen Oscar gewinnen?“ kostet der Token 20 Cent. Das ist der aktuelle kollektive Glaube des Marktes an den Erfolg – 20%. Wenn der Glaube sich bewahrheitet, erhält der Inhaber einen Dollar reinen Gewinn pro Token. Wenn nicht – der Schein verfällt. Sieht aus wie Analyse, funktioniert wie eine Börse und wird... nicht reguliert.
Genau das hat das spanische Ministerium für Verbrauchersachen empört. Am 26. Mai erklärten die Behörden: das ist alles Glücksspiel ohne Lizenz. Auf der Liste der Sünden der Plattformen stehen die Zugänglichkeit für Kinder und das völlige Ignorieren von Anfragen der Regulierungsbehörden. Versuche, mit dem Management der Plattformen im Ausland Kontakt aufzunehmen, schlugen fehl, weshalb die Beamten zur Peitschenmethode übergingen: den Anbietern wurde eine Frist von 7–10 Tagen zur Sperrung der Webseiten gesetzt. Die harte Sanktionsperiode ist auf 3–4 Monate angelegt, sodass die spanischen „Wahrsager“ nach Schlupflöchern suchen müssen.

