In der letzten Hausse ist dein Konto von 50.000 auf 2.000.000 gestiegen.

Du beginnst, dir Luxusautos anzusehen, bist unzufrieden mit dem mageren Gehalt und läufst mit der Nase in die Luft.

Du bist überzeugt, dass du geboren bist, um vom Trading zu leben, und prahlst sogar subtil in deinen sozialen Medien.

Du bist fest davon überzeugt, dass wenn du nur noch einmal verdoppeln kannst, du für immer aus dem Spiel aussteigen kannst.

Dann dreht sich das Drehbuch dramatisch: Zinserhöhungen, Pleiten, Kettenliquidationen.

Als du siehst, dass dein Konto auf 1.000.000 fällt, sagst du dir, dass die Hausse oft Rückschläge hat, das ist eine technische Korrektur.

Als es auf 500.000 fällt, beißt du die Zähne zusammen und sagst dir, dass es nicht als Verlust zählt, solange du nicht verkaufst.

Als es zurück auf 50.000 fällt, bist du völlig abgestumpft und hast nicht einmal die Lust, die Trading-Software zu öffnen.

Schließlich, in der langen Seitwärtsbewegung am Boden, musst du wegen des Geldbedarfs im realen Leben bei dem Tiefpunkt all deine Coins verkaufen, um ein paar Monate Miete zu bezahlen.

Die brutalste Strafe in der Krypto-Welt ist niemals, dass du von Anfang an Geld verlierst.

Sondern, dass du einmal den Höhepunkt erlebt hast, dir unendliche Hoffnungen gegeben werden und du dann über Jahre hinweg zusehen musst, wie es mit stumpfen Messern geschlachtet wird, bis alles auf null reduziert ist.